Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise beutelt Spanien ganz besonders heftig. Dies belegen die neuen Zahlen zur Arbeitslosigkeit, die das statistische Amt vorgestern vorgelegt hat. Sie zeigen das bedrohliche Ausmaß der Krise, denn immer noch steigt die Zahl der Arbeitssuchen enorm. Zum Ende Januar waren 4.326.500 Menschen arbeitslos, wiederum ein Anstieg auf jetzt 18,8 Prozent zum Ende 2009. Im dritten Quartal 2009 lagen die Quote noch bei 17,9 Prozent. Allein in 2009 stiegen die absoluten Zalen damit um über eine Million im Vergleich zu Ende 2008
Der Ausblick in die Zukunft ist zudem nicht rosig. Die Quote könnte sogar auf 20 Prozent steigen, wenn im Sommer die stabilierenden Effekte des dann beendeten Konjunkturprogramms PlanE auslaufen. Trotz eines für 2010 erwarteteten moderaten Wachstums um zwei Prozent ist also kein Ende der Misere in Sicht. Besonders betroffen von der Emtwiclung sind die Regionen an der Mittelmeerküste, die gleich von zwei Branchenkrisen betroffen sind: die der Bauindustrie und der Flaute im Tourismus.
Mit diesen Zahlen hat sich Spanien die traurige Spitzenposition in der EU erobert. Liegt im EU-Durchschnitt die Quote jetz bei zehn Prozent kann Spanien gleich mal mit der doppelten Prozentzahl aufwarten.
Als wir vor drei Jahren das Konzept für die Spanisch-Mail entwickelt haben, waren wir uns zwar sicher, dass es funktionieren würde. Wenn aber die ursprüngliche Vorstellung dann in die Wirklichkeit tritt, ist das immer noch was anderes. Um so erfreulicher der Umstand, dass unser Konzept offenbar voll aufgeht, wie uns auch Zuschriften von zwei der aktuell 25.000 Nutzer zeigen, die wir diese Woche erhalten haben.
Aber ich wollte einfach mal mitteilen, daß ich Eurer tägliche E-Mail ganz toll finde. Man lernt was, ohne dafür Zeit investieren zu müssen. Wir waren erst im November wieder mal auf den Kanaren, auf Fuerteventura, und wenn mir das Reden auch noch sehr schwer fällt, ich habe schon mal viel verstanden. Das hat jedenfalls unsere Hausfrau behauptet, mit der wir öfter mal ein Schwätzchen nach dem Frühstück gehalten haben, und die nur Spanisch gesprochen hat (auch auf Fuerteventura gibt es noch richtig schöne Hotels auf dem Lande). Nachdem ich immer schon für die romanischen Sprachen zuständig bin - mein Mann spricht klasse Englisch, aber ich habe eben mal Französich in der Schule gehabt und “das ist doch so ähnlich”, genieße ich es jetzt so richtig, daß ein bißchen mehr Seriosität hinter meinen “Übersetzungen” steht.
Guten Tag, ich wollte mich auf diesem Wege einfach nur einmal herzlich für diesen tollen online-service bei Ihnen bedanken. Sie ermöglichen mir jeden Tag, meine Kenntnisse zu vertiefen und davon zu profitieren.Und das auf eine wunderbare und unkomplizierte Art. Ich werde Sie immer wärmstens weiterempfehlen, da es m.E. auch für Neueinsteiger die “schmerzloseste” Form ist, eine Sprache verstehen zu lernen. SIE MACHEN DAS WIRKLICH SEHR GUT.
Diese Beispiele zeigen: unser Konzept geht auf! Eine Fremdsprache lernt man dann am besten, wenn man sich täglich mit ihr auseinandersetzt. Zwar versprechen so genannte “Intensivkurse” große Lernerfolge in kürzester Zeit. Das mag teilweise so sein. Wer aber glaubt, er könne drei Wochen intensiv lernen und habe es damit geschafft, der irrt. Ein solcher Kurs kann nur die Grundlage sein. Denn in Wahrheit endet das Lernen (leider) nie.
Die Lernkurve bei der Aneignung einer Fremdsprache ist ziemlich kompliziert. Zunächst macht man rasch Fortschritte. Dann allerdings dringt man tiefer ein und es beginnen die Mühen der Ebene. Die besteht vor allem im Beherrschen von vielen Vokabeln, aktiv oder zumindest passiv. Diese Ebene möglichst effektiv und angenehm zu gestalten, dass ist das Ziel der Spanisch-Mail. Jeden Tag eine oder zwei Vokabeln, einen Happen, gut verdaulich. Denn es ist auch erwiesen, dass man sich Fremdsprachen durch das Lernen ganzer Sätze wesentlich effektiver aneignen kann.
Wir bieten daher Stoff für täglich zehn Minuten, die Sie voranbringen, die sich wirklich im Gedächtnis einprägen. Wer an einem Tag in der Woche 70 Minuten am Stück paukt, wird von dem gelernten Stoff leider wesentlich mehr wieder vergessen, als wenn er täglich zehn Minuten lernt.
All diese Erkenntnisse moderner Fremdsprachenpädogik haben wir mit der Spanisch-Mail umgesetzt, in die moderne Zeit transportiert. Wir freuen uns, dass unser Konzept aufgeht. Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wären wir für einen kleinen Bericht dankbar.
Übernächste Woche wird eine interessante Ausstellung zur spanischen Geschichte in Stuttgart eröffnet. Im städtischen Kunstmuseum werden Fotos zu sehen sein von Gerda Taro. Die in Stuttgart 1910 geborene Jüdin war Fotografin, floh vor den Nazis nach Paris und ging 1936 mit dem berühmten Kollegen und Lebensgefährten Robert Capa nach Spanien. Dort hat sie mit der Kamera den Bürgerkrieg auf der republikanischen Seite der Front dokumentiert.
Taro starb 1937 bei einem Unfall in Brunete und wurde unter großem Aufsehen der Weltöffentlichkeit in Paris begraben. Dann geriet sie in Vergessenheit. Inzwischen wurden viele ihrer Negative wiederentdeckt. Dieses Material mit fast 100 Fotos aus dem Spanischen Bpürgerkrieg ist der Kern der Ausstellung in Stuttgart.
Wie in jedem Jahr macht die Spanisch-Mail in der Weihnachtszeit bis über den Jahreswechsel eine zweiwöchige Pause. Da wir ja sowieso an Feiertagen nicht versenden und auch viele Nutzer vermutlich keinen Kopf für die tägliche Portion Spanisch haben, verzichten wir in diesen Tagen ganz auf die Zustellung.
Daher werden von 21. Dezember 2009 bis zum 3. Januar 2010 keine Mails eintreffen.
Ab 4. Januar geht es ganz normal weiter.
Wir wünschen allen treuen Leserinnen und Lesern ¡Feliz Navidad y un prospero año nuevo!.
Und hier noch zwei weihnachtliche Videos: eines mit einer Art poetischen Reflexion zu Weihnachten (mit spanischen Untertiteln) und dann singt Jose Feliciano noch den Gassenhauer Feliz Navidad.
Ganz lustig hier dieses Video, in dem eine Art Punkkoch Fajitas de pollo kocht, Mais-Tortillas gefült mit Huhn. Sicher nicht die hohe Kochkunst, die da präsentiert wird, aber ganz lehrreich, was den Wortschatz und die Aussprache betrifft. Sicher, Anfänger werden nicht so viel verstehen, aber in einiger Szenen ist die Kombination von Bild und Text ziemlich eindeutig. Viel Spaß!
Wir hatten schon mehrmals auf den Radiosender 40 Principales hingewiesen, der aus dem Chor der in Spanien omnipräsenten Kommerzstationen mit einem einigermaßen akzeptablen Musikprogramm heraussticht. Wie es sich für deinen ordentlichen Sender gehört, werden am Ende des Jahres die besten Bands, Songs und Videos vorgestellt. Hier eine Auswahl der spanischen Abteilung in diversen Kategorien.
Dank YouTube können wir einige der Sachen als Videos präsentieren.
Kategorie Major Canción (Bestes Lied) für die Band Efecto Mariposa mit Por Quererte
Kategorie Mejor Grupo: Pereza
(Videos können wir nicht präsentieren, weil Sony alle YouTube-Filmchen in dem offiziellen Kanal von Pereza (http://www.youtube.com/user/perezavideo) für Deutschland gesperrt hat - bis auf dieses Making of des Songs Violento Amor)
Kategorie Mejor Artista solista (Beste Solo-Künstler) Fito & Fitipaldis
Hier sein Song Antes de que cuente diez
Kategorie Mejor Videoclip
Wirklich recht schön: Moving von Macaco
Im katalanischen Parlament wird es zu einer Abstimmung über das Verbot des Stierkampfes in der Region kommen. Mit einer Mehrheit von acht Stimmen wurde heute einer entsprechenden Volksinitiative stattgegeben, wie unter anderem La Vanguardia berichtet.
Die Abstimmung über den Gesetzesvorschlag der Initiative (über die wir hier berichtet hatten) war mit Spannung erwartet worden. Alle Fraktionen hatten das Votum für ihre Abgeordneten frei gegeben. Es gab eine sehr emotionale Debatte im Regionalparlament. Die Grenzen der Lager von Stierkampf-Befürwortern und Gegnern verliefen allerdings innerhalb der erwartbaren politischen Markierungen von Regionalisten und Zentralisten.
Während erstere wie die Abgeordneten von ERC und ICV-EUiA dem Verbot zustimmten und versuchten es als eine Art “anti-spanische” Abstimmung zu etablieren, sind die Abgeordneten der PP geschlossen für den Stierkampf eingetreten. In den beiden größten Fraktionen, die der CiU und der PSC gab es gleichwohl keine einheitliche Meinung. Allerdings haben wohl beide versucht, die Kirche im Dorf zu lassen und die Gleichung der Radikalen abgelehnt, nach der gute Katalanen keine Stierkampffans sein dürfen.
Die Stierkampfgegner wollen das katalanische Tierschutzgesetz ändern, in dem aktuell peleas y espectáculos (Kämpfe und Spektakel) verboten sind, bei denen die Tiere “unnatürlichen Handlungen” ausgesetzt werden - mit expliziter Ausnahme der Stierkampfarenen.
Nach eineinhalb Monaten intensiver Suche steht nun fest: Die sterblichen Überreste des spanischen Dichters Federico García Lorca befinden sich nicht wie bisher angenommen in einem Grab in Alfacar, einem Ort in der Umgebung von Granada. Das berichtet El País.
Zu diesem Ergebnis kommen Archäologen, die von der andalusischen Regionalregierung beauftragt wurden, nach eineinhalb Monaten aufwendiger Ausgrabungen. An der Stelle, die bisher als Grab des zu Beginn des spanischen Bürgerkrieges 1936 ermordeten Dichters galt, seien keine menschlichen Überreste gefunden worden, so der offizielle Abschlussbericht der Guardia Civil, der heute der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.
Im Zuge der Verabschiedung des Gestzes zur historischen Erinnerung hatte sich die Familie von Lorca entschlossen, einer Graböffnung zuzustimmen. (Artikel)
Mit diesem Ergebnis bleibt weiter völlig ungeklärt, wo der Leichnam des wichtigsten Autoren seiner Zeit von seinen Mördern verscharrt wurde.
Gestern hat es mal wieder Musikpreise geregnet - bei den Latin Grammy Awards.
Einer der Hauptsieger mit fünf Auszeichnungen ist die Band Calle 13. Die Jungs haben 2005 ihre erste Platte vorgelegt und kommen eigentlich aus Puerto Rico. Mehr Infos in der spanischen Wikipedia.
Unter anderem gabs Gold für diesen Song, den Calle 13 mit Ruben Blades aufgenommen hat über La Perla, ein Elendsviertel in Panama.
Aktuell macht Calle 13 auch Werbung für die Tageszeitung El País mit diesem ganz netten, interessant getextetem Song…
Eigentlich könnte die politische Situation für die oppositionellen Konservativen in Spanien besser nicht sein. Die Entwicklung spielt ihnen alle Trümpfe wie von selbst in die Hände, denn die regierenden Sozialisten geraten zunehmend unter Druck wegen der der sich weiter verschärfenden Folgen der Wirtschaftskrise. Diese hat Spanien besonders hart getroffen.
Zwar hat die Regierung Gegenmaßnahmen ergriffen, aber alles, ob Abwrackprämie oder kommunales Investitionsprogramm, scheint zu verpuffen. Die Arbeitslosigkeit ist auf Rekordhoch und im europäischen Vergleich einsame Spitze. Zapatero und Genossen wirken eher hilflos, versuchen das Licht am Ende des Tunnels zu beschwören, aber es will nicht heller werden.
Da wirken dann gesellschaftliche Reformen wie die Liberalisierung des Abtreibungsrechts eher wie Ablenkungsmanöver, die obendrein die konservative Opposition erst recht mobilisiert und zwar massenhaft, wie man an den Großdemos der letzten Wochen sehen konnte. Nur in der Baskenfrage scheint man voranzukommen - die sensationellen Fahndungserfolge der letzten Zeit lassen auf Frieden hoffen.
All das lässt die Zustimmung der Bevölkerung zur Regierung schrumpfen und die Konservativen der PP könnten eigentlich mit ein paar klugen Rezepten und nervender Oppositionsrhetorik bequem den Grundstein für den nächsten Wahlsieg legen. Aber danach sieht es im Moment ganz und gar nicht aus.
Vielmehr scheint es innerhalb der Partido Popular (PP) jetzt zu einem erbitterten Machtkampf zu kommen um die Ausgangspositionen für die nächsten Wahlen. Denn eines scheint den PP-Strategen sicher: mit dem jetzigen Parteiführer Mariano Rajoy könnte es wieder nicht reichen. Populär ist der Galizier nämlich weiter überhaupt nicht. Stattdessen bringen sich nun zwei Personen in Stellung, die gegensätzlicher nicht sein könnten, die aber erhebliche Charismalöcher stopfen könnten. Zum einen geht es um die stramm rechte Präsidentin der Region Madrid, Esperanza Aquirre, und zum anderen den eher liberalen Madrider Bürgermeister Gallardón.
Beide lassen daher auch kaum eine Gelegenheit aus, sich gegenseitig an den Karren zu fahren. Jetzt eskalierte allerdings eine Art Stellvertreterkrieg. Gegenüber El País, dem - ausgerechnet!! - Hausblatt der regierenden Sozialisten, hatte die rechte Hand von Gallardón, Vizebürgermeister Manuel Cobo, richtig Dampf abgelassen. Ihn kotze es an, so in einem Interview, wie Leute aus dem Umfeld von Aguirre versuchen würden, den neuen Chef der Madrid Sparkasse zu verhindern. Außerdem schimpfte er über die Manöver und die Scheinheiligkeit von Aguirre.
Das war zu viel des Guten. Aguirre schaltete den Parteichef ein, der ein Parteigericht einberief, das Cobo einzitierte. Heute wurde dessen Mitgliedschaft suspendiert und zwar solange, bis die Sachlage geklärt sei. Gleichzeitig beschwor Gallardón die Parteitreue seines Mitarbeiters und stellte sich schützend vor ihn.
Damit sind die Fronten geklärt und der interne Machtkampf erst richtig ausgebrochen. Wer ihn gewinnen wird? Völlig unklar. Hängt sicherlich auch damit zusammen, ob Aguirre wirklich, wie zum Beispiel auch von Cobo behauptet, ihren Sicherheitsapparat zum Auskundschaften von dessen Privatleben benutzt hat. Da wird noch viel schmutzige Wäsche gewaschen werden in den nächsten Wochen.
Einer vor allem wird durch die Ereignisse weister beschädigt werden: PP-Parteichef Rajoy erscheint wieder einmal als ein führungsschwacher, von den Ereignissen getriebener Politiker, dem es nicht gelingt, seine Diadochen im Zaum zu halten.
Die Sozialisten werden sich ins Fäustchen lachen.
Und die spanischen Bürger stehen wieder einmal vor einem politischen Scherbenhaufen, der vor allem eines vermissen lässt: wählbare Alternativen.