Hier ein Leckerschmecker für Freunde der spanischsprachigen Literatur, den der wie immer höchst interessante Blog von Markus Trapp (CiberaBlog ausgegraben hat.
Es geht in diesem vom spanischen Fernsehen TVE produzierten Dokumentarfilm um den Schriftsteller Roberto Bolaño. Dessen inzwischen auch ins Deutsche kongenial übersetzten Werke machten in den letzten Monaten Furore, vor allem durch die lang erwartete Veröffentlichung des Romans “2666″. Auf 1096 Seiten entsteht ein fast globales Panoptikum des 20. Jahrhunderts mit seinen Ticks, seinem Wahnsinn, seinen Irrungen und Wirrungen. Das alles erzählt in einer facettenreichen Sprache, mit viel Ironie und in der besten Tradition der lateinamerikanischen Moderne.
Bolaño, der ursprünglich aus Chile kommt, ging nach dem Pinochet-Putsch ins Exil und lebte seit 1977 in Spanien. Dort starb er 50jährig 2003. Sein Hauptwerk 2666 erschien posthum.
Wer es erstmal etwas langsamer angehen lassen will, dem sei sein Roman “Die wilden Detektive” empfohlen, für den er mehrere hochkrätige Preise erhalten hat.
Eins sei vorab gleich klargestellt: Bei diesem Buch handelt es sich nicht um elaborierte Hochliteratur, um psychologisch fein gemeißelte Charakterstudien, um einen Meilenstein der Literaturgeschichte. Nein, das Buch des FAS-Redakteurs Peter Richter ist eher einzuordnen unter “leichte Muse”. Was aber auf der anderen Seite nicht heißen soll, es handele sich um Trivialliteratur. Es ist einfach nett geschrieben, unkompliziert. Wenn es die Kategorie gäbe, würde ich es einordnen unter “Urlaubslektüre für den gehobenen Bedarf.”
Die Geschichte
Richter erzählt von dem Spanienaufenthalt eines deutschen Doktoranden, der ein Jahr in Madrid studiert und forscht zu einem Thema aus der spanischen Kunstgeschichte. Zeitraum: Siglo de Oro. Velazquez und Konsorten.
Ein Jahr weilt der Ich-Ezähler dafür Mitte der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in der spanischen Hauptstadt Madrid. Dort erlebt er hautnah Irrungen und Wirrungen mit seinen neuen verückten Freunden aus der Wohngemeinschaft in einer Seitenstraße der Gran Vía. Es handelt sich um ein buntes Völkchen, sehr feierfreudig obendrein. Sie führen ihn ein in das Madrider Nachtleben mit seinen brodelnden Clubs und und den schier endlosen Nächten. Es geht auch um Liebe, um Ablehnung, um Freundschaft.
All das wird erzählt mit einem heiter-distanzierten Unterton. Und das ist eigentlich das Beste an dem Buch: Die Hauptfigur ist kein bedingungsloser, deutscher Spanien-Fan, der alles durch die rosa Brille sieht. Vielmehr nimmt Richter die Position des leicht spöttischen, manchmal verwunderten Beobachters mit ganz schön viel Sympathie im Herzen.
Mittendrin im Alltag
Ganz interessant ist der Roman über die “Spanischen Vorkommnisse” – so der Untertitel – besonders für all diejenigen, die ein bisschen Spanisch können und sich reinstürzen wollen in den spanischen Alltag. Denn es wird einem vieles erklärt, was diesen spanischen Alltag ausmacht. Seltsame Ess- und Trinkgewohnheiten, welche Vulagritäten die spanische Alltagssprache so aufweist und dass die Menschen einfach ein bisschen anders ticken als in Deutschland.
Kurzum, ich kann dieses Buch ohne weiteres empfehlen. Es ist frei von Klischees und zeigt Spanien und vor allem Madrid, einfach so, wie es ist: lebendig, manchmal etwas chaotisch, sehr herzlich und ab und zu auch ein bisschen zum verzweifeln.
Gran Vía
von Peter Richter
Goldmann Verlag, München, 2009
Hardcover, Fadenheftung
320 Seiten
18,95 €
Studieren in Spanien ist der Schwerpunkt der StudyWorld 2010. Die internationale Hochschulmesse findet am 23. und 24. April in Berlin statt. Besucher können sich bei zahlreichen spanischen Universitäten über Studienbedingungen, Kurse, Bewerbungsverfahren und Finanzierungsmöglichkeiten ausführlich und persönlich beraten lassen.
Wer sich schon vorab ein erstes Bild über ein Studium in Spanien machen will, der findet nützliche Hintergrundinformationen, Tipps und aktuelle Hinweise im Blog zum Messeschwerpunkt „La Vida Española“: www.studyworld2010.blogspot.com. Jede Woche neu erscheinen Beiträge zu Eigenheiten des spanischen Hochschulsystems und Möglichkeiten für ausländische Studierende. Zudem gibt es Einblicke zu Land und Leuten und praktische Hinweise zur Planung und Vorbereitung eines Bildungsaufenthalts.
Alle Aussteller zum Spanienschwerpunkt der StudyWorld 2010 sowie zahlreiche weitere Infos und Links gibt es unter www.studyworld2010.com.
StudyWorld 2010
5. Internationale Messe für Studium, Praktikum und akademische Weiterbildung
23. – 24. April 2010 in Berlin
Veranstaltungsort: Russisches Haus der Wissenschaft und Kultur, Friedrichstr. 176–179, 10117 Berlin
Miguel Delibes ist tot. Einer der einflussreichsten spanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts ist gestern Morgen in seiner Heimatstadt Valladolid im Alter von 89 Jahren verstorben.
Delibes hat seine literarische Karriere in 1947 begonnen und seitdem über 60 Romane veröffentlicht, von denen auch eine ganze Reihe verfilmt wurden. Die bekanntesten Titel sind unter anderem Las ratas (Die Ratten), Cinco Horas con Mario (Fünf Stunden mit Mario), Los santos innocentes, Diario de un cazador (Tagebuch eines Jägers).
Sein Stil ist für breite Leserschichten ansprechend und unterhaltsam, ohne kritische Themen zu vermeiden. Manche seiner Romane zählen im spanischen Sprachraum zur Schullektüre. Delibes hat alle großen spanischen Literaturpreise erhalten.
Hier ein Video mit Aufnahmen aus den letzten Lebentagen.
Okay, Spanien, der Typ ist zwar süß, aber gegenüber LENA ist das doch eine verdammte Schnulze, was du uns da als Beitrag für den Eurovision Song Contest am 29. Mai ablieferst. So wird das nix!
Der Sänger Daniel Diges ist 29 Jahre alt und kommt aus Alcalá de Henares unweit von Madrid. Nach einer Schauspielausbildung ist er in Werbespots aufgetreten, in TV-Kinderserien und zuletzt in ein paar Musicals.
Hihi, hier zwei ziemlich verrückte Filme des spanischen Nachwuchs-Regisseurs Alberto González Vázquez, beide mit englischen Untertiteln. Absolut sehenswert und unterhaltsam. Selbstbewusstsein fehlt ihm nicht, bezeichnet er sich doch als “neuer spanischer Walt Disney”.
Wer nicht genug kriegen kann, geht auf seine Seite www.queridoantonio.com, dort gibt es noch mehr Material, vor allem viele Animationsfilme. Sehr anregend!
Jetzt ist der dritte Band der bahnbrechenden Trilogie “Dein Gesicht morgen” von Javier Marías, dem Meister der Drehungen, Verschiebungen und Wendungen, auf Deutsch erschienen.
Titel: Dein Gesicht morgen 3 – Gift und Schatten und Abschied
»Gift und Schatten und Abschied« ist ein Epos über das unerschöpfliche Rätsel der menschlichen Natur, über Liebe, Täuschung und Schuld. Mit meisterhafter Virtuosität entfaltet Javier Marías seine ganze betörende Erzählkunst und schenkt uns ein großes Werk von über bordender Originalität.
Inhalt
Jaime Deza arbeitet für eine Sondereinheit des britischen Geheimdienstes, darauf spezialisiert, die Gesichter seiner Mitmenschen zu dechiffrieren, um daraus ihr Handeln vorherzusagen.
Er kehrt von London nach Madrid zurück, um die eigene Familie zu beschützen und dabei auszuspionieren. Und er muss entdecken, dass uns Gewalt und Verrat, selbst an den Nächsten, eingeimpft sind wie ein Gift.
»Gift und Schatten und Abschied« ist eine philosophisch verspielte Spionagegeschichte, in der Javier Marías voll Spannung und Witz die großen Themen – Freiheit und Verantwortung, Wissen, Macht und Gewalt – erkundet. Und dabei einen kaleidoskophaften Blick auf ein Jahrhundert voller Irrungen und Verheerungen wirft. Es ist das fulminante, lang erwartete Finale seiner Trilogie, ein Gipfelwerk der Weltliteratur.
Hier bestellen
»mit “Dein Gesicht morgen” hat er den Höhepunkt seines Schaffens erreicht.«
Markus Gasser, FAZ, 27.2.10
»ein großer Roman …«
Denis Scheck, ARD druckfrisch, 28.2.10
Die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise beutelt Spanien ganz besonders heftig. Dies belegen die neuen Zahlen zur Arbeitslosigkeit, die das statistische Amt vorgestern vorgelegt hat. Sie zeigen das bedrohliche Ausmaß der Krise, denn immer noch steigt die Zahl der Arbeitssuchen enorm. Zum Ende Januar waren 4.326.500 Menschen arbeitslos, wiederum ein Anstieg auf jetzt 18,8 Prozent zum Ende 2009. Im dritten Quartal 2009 lagen die Quote noch bei 17,9 Prozent. Allein in 2009 stiegen die absoluten Zalen damit um über eine Million im Vergleich zu Ende 2008
Der Ausblick in die Zukunft ist zudem nicht rosig. Die Quote könnte sogar auf 20 Prozent steigen, wenn im Sommer die stabilierenden Effekte des dann beendeten Konjunkturprogramms PlanE auslaufen. Trotz eines für 2010 erwarteteten moderaten Wachstums um zwei Prozent ist also kein Ende der Misere in Sicht. Besonders betroffen von der Emtwiclung sind die Regionen an der Mittelmeerküste, die gleich von zwei Branchenkrisen betroffen sind: die der Bauindustrie und der Flaute im Tourismus.
Mit diesen Zahlen hat sich Spanien die traurige Spitzenposition in der EU erobert. Liegt im EU-Durchschnitt die Quote jetz bei zehn Prozent kann Spanien gleich mal mit der doppelten Prozentzahl aufwarten.
Als wir vor drei Jahren das Konzept für die Spanisch-Mail entwickelt haben, waren wir uns zwar sicher, dass es funktionieren würde. Wenn aber die ursprüngliche Vorstellung dann in die Wirklichkeit tritt, ist das immer noch was anderes. Um so erfreulicher der Umstand, dass unser Konzept offenbar voll aufgeht, wie uns auch Zuschriften von zwei der aktuell 25.000 Nutzer zeigen, die wir diese Woche erhalten haben.
Aber ich wollte einfach mal mitteilen, daß ich Eurer tägliche E-Mail ganz toll finde. Man lernt was, ohne dafür Zeit investieren zu müssen. Wir waren erst im November wieder mal auf den Kanaren, auf Fuerteventura, und wenn mir das Reden auch noch sehr schwer fällt, ich habe schon mal viel verstanden. Das hat jedenfalls unsere Hausfrau behauptet, mit der wir öfter mal ein Schwätzchen nach dem Frühstück gehalten haben, und die nur Spanisch gesprochen hat (auch auf Fuerteventura gibt es noch richtig schöne Hotels auf dem Lande). Nachdem ich immer schon für die romanischen Sprachen zuständig bin – mein Mann spricht klasse Englisch, aber ich habe eben mal Französich in der Schule gehabt und “das ist doch so ähnlich”, genieße ich es jetzt so richtig, daß ein bißchen mehr Seriosität hinter meinen “Übersetzungen” steht.
Guten Tag, ich wollte mich auf diesem Wege einfach nur einmal herzlich für diesen tollen online-service bei Ihnen bedanken. Sie ermöglichen mir jeden Tag, meine Kenntnisse zu vertiefen und davon zu profitieren.Und das auf eine wunderbare und unkomplizierte Art. Ich werde Sie immer wärmstens weiterempfehlen, da es m.E. auch für Neueinsteiger die “schmerzloseste” Form ist, eine Sprache verstehen zu lernen. SIE MACHEN DAS WIRKLICH SEHR GUT.
Diese Beispiele zeigen: unser Konzept geht auf! Eine Fremdsprache lernt man dann am besten, wenn man sich täglich mit ihr auseinandersetzt. Zwar versprechen so genannte “Intensivkurse” große Lernerfolge in kürzester Zeit. Das mag teilweise so sein. Wer aber glaubt, er könne drei Wochen intensiv lernen und habe es damit geschafft, der irrt. Ein solcher Kurs kann nur die Grundlage sein. Denn in Wahrheit endet das Lernen (leider) nie.
Die Lernkurve bei der Aneignung einer Fremdsprache ist ziemlich kompliziert. Zunächst macht man rasch Fortschritte. Dann allerdings dringt man tiefer ein und es beginnen die Mühen der Ebene. Die besteht vor allem im Beherrschen von vielen Vokabeln, aktiv oder zumindest passiv. Diese Ebene möglichst effektiv und angenehm zu gestalten, dass ist das Ziel der Spanisch-Mail. Jeden Tag eine oder zwei Vokabeln, einen Happen, gut verdaulich. Denn es ist auch erwiesen, dass man sich Fremdsprachen durch das Lernen ganzer Sätze wesentlich effektiver aneignen kann.
Wir bieten daher Stoff für täglich zehn Minuten, die Sie voranbringen, die sich wirklich im Gedächtnis einprägen. Wer an einem Tag in der Woche 70 Minuten am Stück paukt, wird von dem gelernten Stoff leider wesentlich mehr wieder vergessen, als wenn er täglich zehn Minuten lernt.
All diese Erkenntnisse moderner Fremdsprachenpädogik haben wir mit der Spanisch-Mail umgesetzt, in die moderne Zeit transportiert. Wir freuen uns, dass unser Konzept aufgeht. Wenn Sie ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wären wir für einen kleinen Bericht dankbar.
Übernächste Woche wird eine interessante Ausstellung zur spanischen Geschichte in Stuttgart eröffnet. Im städtischen Kunstmuseum werden Fotos zu sehen sein von Gerda Taro. Die in Stuttgart 1910 geborene Jüdin war Fotografin, floh vor den Nazis nach Paris und ging 1936 mit dem berühmten Kollegen und Lebensgefährten Robert Capa nach Spanien. Dort hat sie mit der Kamera den Bürgerkrieg auf der republikanischen Seite der Front dokumentiert.
Taro starb 1937 bei einem Unfall in Brunete und wurde unter großem Aufsehen der Weltöffentlichkeit in Paris begraben. Dann geriet sie in Vergessenheit. Inzwischen wurden viele ihrer Negative wiederentdeckt. Dieses Material mit fast 100 Fotos aus dem Spanischen Bpürgerkrieg ist der Kern der Ausstellung in Stuttgart.