Deutsch-spanische Videos über die Krise in Spanien

von Dirk Baranek am 5. Mai 2013

Wie das Blog Okay Frankfurt berichtet, kursieren im Web zwei deutschspanische Videos. Beide beschäftigen sich mit der Lage der Bevölkerung in Spanien im Zeichen der sich dramatisch verschärfenden Wirtschaftskrise.

Hier das erste, produziert als Brief an die Deutschen von der Nachbarschaftsorganisation Asamblea 3 Cantos aus Madrid.

Das ist die deutsche Antwort aus der Frankfurter Occupy-Bewegung.

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¡Hola!

Wir haben seit gestern Nacht ein technisches Problem mit dem Versand der Spanischmail. Außerdem kann im Moment die Mail nicht abonniert, abbestelt oder geändert werden.
Der Server ist betroffen und wir müssen das analysieren. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, das Problem zu lösen.
Der Versand geht weiter, sobald alles wieder funktioniert!
Vielen Dank für das Verständnis.

Funktioniert alles wieder!!
Saludos
Die Redaktion

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Wir sind dann mal auf www.peru2013.de

von Dirk Baranek am 17. Oktober 2012

¡Hola!

wer Aktualisierungen in diesem Blog vermisst, dem können wir nur Recht geben und uns entschuldigen.

Denn wir sind etwas untreu geworden und schreiben nun öfters in diesem neuen Projekt, was mit Spanien wenig, aber mit Spanisch einiges zu tun: www.peru2013.de

Wie der Name schon verrät, geht es darin um El Perú.

Denn wir wollen im nächsten Jahr – wahrscheinlich im November – eine längere Reise nach Perú unternehmen. Das wollen wir öffentlich dokumentieren, denn wir werden eine ganze Menge zu erzählen haben, da wir das als Presse-Blogger-Reise organisieren. Also mit Vor-Ort-Terminen in Perú, Videointerviews usw. Mal sehen was draraus konkret noch alles wird.

Jedenfalls haben wir schon mal dieses Blog gestartet, in dem wir über die Vorbereitung der Reise berichten und über das, was in Perú grade so paasiert. Was man wissen muss usw. Liest sich schon recht spannend die ganze Sache, finden wir.

Wer also sich für dieses Thema interessiert, der ist gerne wollkommen uns dort zu lesen.

¡Hasta luego!

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Die Proteste der indignados (die Zornigen, die Empörten) unter dem Motto Democracía Real YA in Spanien dauern nicht nur, sie breiten sich immer weiter aus. Liefen die ersten Mobilisierungen, die am Sontag Abend zu Demonstrationen in vielen Städten geführten hatten, zunächst nur über das Web, sind inzwischen die Massenmedien massiv auf das Thema eingestiegen und haben damit die Bewegung weiter angefeuert.

Hier ein (unvollständiger) Überblick.

Madrid im Zentrum

Die spanische Hauptstadt ist die unbestrittene Zentrale des Geschehens. Auf dem geschichtsträchtigen und mit großer Symbolkraft ausgestatteten, zentralen Platz, der Puerta del Sol, hat sich inzwischen ein wachsendes Zeltlager etabliert. War der erste Versuch noch von der Polizei am Dienstag Morgen abgeräumt worden, ist es den Aktivisten jetzt gelungen, bereits die zweite Nacht im Freien durchzustehen – trotz teilweise heftigen Regens. Besonders die Kundgebung gestern Abend wurde ein großer Erfolg, vor allem deshalb, weil der Präsident der Zentralen Wahlkommission die Demonstration zunächst verboten hatte. Denn das spanische Wahlgesetz sieht eine viertägige Friedenspflicht vor dem Wahltag vor; bekanntlich finden Sonntag Kommunal- und Regionalwahlen statt. Von diesem Verbot haben sich die Protestierer jedoch nicht beeindrucken lassen, im Gegenteil: es hat die Wut nur noch weiter angestachelt. Folgte dieses Verbot doch der inneren Logik des Politsystems, das ja einer der Hauptkritikpunkte des Protestes ist. Trotz Polizeischikanen und Warnungen in der Metro per Lautsprecherdurchsagen ließen sich die Menschen nicht davon abhalten, auf den Platz zu strömen und ihrer Empörung Luft zu machen. Die Ordnungshüter verzichteten denn auch auf eine Durchsetzung des Verbots. Es hätte sicherlich zu schweren Auseinanderstzungen geführt. Noch aber ist die Bewegung extrem friedlich.

Aktuell befinden sich ständig hunderte auf der Plaza de Solución (Platz der Lösung), so ein Plakat. Wer das Geschehen live per Webcam beobachten will, kann dies hier www.soltv.tv, wenn der Stream nicht mal wieder überlastet ist.

Inzwischen kann das geshared werden



Live TV : Ustream

Für heute Abend ist jedenfalls wiederum eine Großkundgebung angekündigt. Hier das Programm heute dort.

Fotos von den Aktionen werden laufend hier bei Flickr veröffentlicht.

Wer sich intensiver mit den Webaktivitäten der Bewegung beschäftigen will: dieser fundierte spanischsprachige Artikel mit sehr vielen Links ist ein guter Ausgangspunkt.

Aktionen in ganz Spanien
Gestern fanden nicht nur in Madrid sondern auch in anderen spanischen Städten Kundgebungen und Platzbesetzungen statt. Daran haben sich viele tausend Leute beteiligt. Und es breitet sich immer weiter aus. Heute werden es bereits 55 Städte sein, in den Aktionen stattfinden sollen. Selbst in anderen europäischen Städten kommt es zu Aktionen vor spanischen Botschaften.

Hier eine Liste mit mit allen Städten

Guter, deutschsprachiger Hintergrundartikel über die Situation im Allgemeinen und speziell in Cádiz.

Langer Bericht mit Fotos aus vielen spanischen Städten.

Was wollen diese Leute?

Im Web kursieren diverse Manifeste, alte, neue, autorisierte, nichtautorisierte. Man kann sich fragen: wer legitimiert hier eigentlich was? Am besten daher, man hält sich an die Forderungen, die von den Platzbesetzern entwickelt und veröffentlocht werden. Denn dort finden mehrmals täglich eine asamblea general statt, eine Vollversammlung. Dort wird über Organisatorisches gesprochen, um der kleinen Zeltstadt das Schmuddelimage zu nehmen. Natürlich wird auch sehr viel Politik besprochen.

Auf dieser spanischen Seite nun also die wichtigsten Forderungen der Bewegung, die aus dem Web kam, so wie sie die Platzbesetzer formuliert haben.

  • Schluss mit den Privilegien für die politische Klasse bei Rente und Steuern. Verschärfung der Gesetze gegen die Korruption.
  • Maßnahmen gegen die Arbeitslosigkeit: Arbeitszeitverkürzungen, Rente mit 65, Maßnahmen gegen die Zeitarbeit und betriebsbedingte Kündigungen, Wiederaufnahme des Arbeitslosengeldes von 426 Euro für Langzeitarbeitslose.
  • Recht auf Wohnung: Enteignung von Wohnungen, die zur Spekulation gebaut wurden und leerstehen; eine Art Wohngeld für junge Leute und sozial Schwache; Erlaubnis, Hypotheken vorzeitig abzulösen (wegen den hohen Zinsen).
  • Qualität der öffentlichen Dienstleistungen: mehr Personal im Gesundheits- und Bildungswesen, Reduzierung Studiengebühren, Verbot von Drittmitteln in der Forschung, Investitionen in den Öffentlichen Nahverkehr, Verkehrsberuhigung der Innenstädte, Fahrradwege
  • Kontrolle des Finanzsektors: keine Finanzhilfen für Banken, stattdessen Verstaatlichung; je mehr volkswirtschaftlicher Schaden angerichtet wurde, desto höher die Besteuerung; Verbot von Investitionen in Steuerparadiesen.
  • Steuerpolitik: Erhöhung Vermögens- und Grundsteuer, Bekämpfung Steuerhinterziehung, Einführung Tobin-Steuer
  • Bürgerrechte: Abschaffung des Ley Sinde, Schutz Informationsfreiheit, Referenden und mehr direkte Demokratie, Reform des Wahlgesetzes, Unabhängigkeit der Justiz, interne Demokratie bei Parteien sicherstellen
  • Reduzierung des Militärbudgets

Wie reagiert die Politik?
Es gibt erste Anzeichen, dass die politische Klasse nach einer Art Schockstarre ihr Schweigen zu überwinden versucht. Teile der Linken gehen logischerweise auf die Bewegung zu, werden aber äußerst misstrauisch beobachtet. Denn die Protestierer besteht darauf, dass sie die generación ni-ni sei, die Generation Weder-Noch, weder links noch rechts. Sie also mit dem bisherigen Parteiensystem nichts am Hut haben.
Die Konservativen und die Ultrarechte sehen sich hingegen mit einer von den Linken, vielleicht sogar von ETA, gesteuerten Bewegung konfrontiert. Aktuell wähnen sie sich nämlich in einem Stimmungshoch und versuchen die bevorstehenden Wahlen zu einer Abstimmung gegen die Zapatero-Regierung zu machen. Besorgt müssen sie registrieren, dass die Bewegung kurz vor Toreschluss die Schlagzeilen beherrscht und sie vielleicht um die Früchte ihrer Kampagne bringt. Das erzeugt natürlich Widerstand, zunächst allerdings publizistischer Natur.

Wie geht es weiter?
Ein Ende ist nicht abzusehen. Die Platzbesetzer werden weitermachen, keine Frage. Die Bewegung schwillt weiter an. Die einschlägigen Facebook-Seiten und Twitter-Accounts wachsen mit enormer Geschwindigkeit und zählen inzwischen hundertausende Anhänger. Für heute Abend sind weitere Kundgebungen geplant. Sollten diese weiter größeren Zulauf erhalten und friedlich bleiben, kann das was ganz Großes werden. Und vielleicht sogar etwas Weltbewegendes. Die offiziellen Twitteraccounts versuchen bereits einen neuen hashtag zu etablieren: #globalcamps

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Spanien geht es schlecht, sehr schlecht. Die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise, die das Land auf Grund struktureller Schwächen und einer geplatzten Immobilienblase besonders getroffen haben, sind offensichtlich. Eine mit offiziell (!) über 20 Prozent exorbitant hohe Arbeitslosigkeit, Reallohnverluste und Rentenkürzungen, ein Staat, der seine Leistungen immer weiter reduzieren muss, um den Auflagen der internationalen Finanzmärkte zu gehorchen – das ist die Situation in einem Land, das von einem Staatskredit zum nächsten wankt.

Die Folgen für die Menschen sind fatal. Die hohen Zinsen für die zumeist auf Pump gekauften Wohnungen zusammen mit den sinkenden Realeinkommen führen zu massenhaft geplatzten Krediten. Die Folge: die Leute werden aus den Wohnungen geräumt. Zum anderen verbaut die Krise vielen gut ausgebildeten Mittzwanzigern den Weg in die Berufswelt. Sie finden einfach keine Jobs, können sich keine der üblichen Eigentumswohnungen leisten oder werden mit mies bezahlten Praktika abgespeist. Somit liegen sie zumeist ihren Eltern auf der Tasche, eine entwürdigende Situation. So mancher erwägt die Emigration. Das boomende Deutschland ist eines der bevorzugten Ziele, die Deutschkurse sind voll.

Die politische Klasse: abgehoben und korrupt
Hinzu kommt ein tiefes Misstrauen in die politische Klasse. Vielen geht das inzwischen vorherrschende Zweiparteiensystem mit sich durch die Krise hangelnden Sozialdemokraten (PSOE), unerbittlich auftretenden Konservativen (Partido Popular / PP) und den dazu gehörigen Ritualen einfach nur noch auf die Nerven. Es herrscht der Eindruck: die kümmern sich vor allem um sich selbst und ihren Machterhalt bzw -eroberung. Die Menschen mit ihren wirklichen Problemen sind denen egal. Einen großen Anteil an dieser Entwicklung haben die in den letzten Jahren massenhaft aufgedeckten Korruptionsskandale. Vor allem in den Zeiten des Baubooms hatten sich viele Kommunalpolitker beider Parteien an der Bodenspekulation und illegalen Bauprojekten schamlos bereichert. Wer das Ausmaß dieser Selbstbedienungsmentalität begutachten möchte, dem sei diese Karte empfohlen, die alle bekannten Fälle verzeichnet. Bezeichnender Titel: Corruptódromo


Ver Mapa de Corrupción por Partidos Políticos en un mapa más grande

Wähl sie nicht!
Jetzt reißt einer ganzen Generation der Geduldsfaden. Kurz vor den Kommunal- und Regionalwahlen am kommenden Sonntag ist eine Bewegung in Gang gekommen, deren erster Höhepunkt Demonstrationen mit insgesamt mehr als 100.000 Teilnehmern in über 50 spanischen Städten war.

Begonnen hatte alles bereits im Februar, mit der Verabschiedung des umstrittenen Ley Sinde. Bei diesem Gesetz geht es im Kern um die Problematik des Urheberrechts im Web und seiner teilweise rigiden Durchsetzung. Ich will hier nicht auf die ganzen komplexen Zusammenhänge eingehen, Tatsache ist: die wachsende, junge Webcommunity Spaniens, die bisher von sehr laxen Regelungen in diesem Bereich profitiert hatte, sah sich wiederum umstellt und angegriffen von der politischen Klasse. Diese scherte sich nicht um die Sorgen, Ängste und Bedenken. Eine Stimme im politischen Raum, die diese Stimmungen ernst nimmt und auf die politische Agenda setzt, haben die Webaktivisten bislang nicht. Die Verbitterung stieg.

Und bricht sich jetzt mit einer Wucht Bahn, die die mit Wahlkampfritualen beschäftigten Parteien regelrecht überrollt. Allerdings haben diese an der sich zuspitzenden Sitaution eine gehörige Portion Mitschuld, denn ein Umstand brachte das Fass zum überlaufen: 123 Kandidaten, die bereits unter Korruptionsverdacht standen, fanden die Aktivisten auf den Wahllisten der Parteien. Daraus entstand die Kampagne ‘¡No les votes!‘ – Wähl sie nicht! Weder PSOE, noch PP, noch die katalanischen Nationalisten der CiU sollen demnach eine Wählerstimme erhalten. Stattdessen all die Parteien, die – bezeichenderweise – gegen das Ley Sinde gestimmt hatten. Dabei handelt es sich vor allem um eher linke Regionalparteien. Hier eine Liste.

Hier das Video zu dieser Kampagne.

Medien im weltanschaulichen Tiefschlaf
Geschlafen haben auch die spanischen Medien, die sich traditionell durch eine äußerst geringe Distanz zur Politik auszeichnen und stark weltanschaulich geprägt sind. Klar, dass die Zeitungen und TV-Sender im Streit um das Ley Sinde eher auf die Wahrung der eigenen Interessen bedacht waren, als auf der Seite der Webnutzer zu stehen. Vom regierungsabhängigen Staatsfernsehen ganz zu schweigen. Deshalb stehen bei den Demonstranten die Medien auf einer Stufe mit der Politik und wurden in den letzten Tagen bestätigt durch deren Reaktion auf die Proteste: es gab zunächst keine! Das hat sich inzwischen geändert, der Makel indes, der bleibt.

Echte Demokratie jetzt!
Was fordern aber nun diese Menschen, die sich vor allem über Facebook, Twitter (#spanishrevolution, #nolesvotes, #acampadasol, #democraciarealya, #nonosvamos) und andere Netzwerke wie zum Beispiel das hierzulande völlig unbekannte und mit zehn Millionen Nutzern sehr populäre Tuenti organisiert haben? Im Wesentlich sind die Forderungen eher allgemein gehalten und grob gesagt links angehaucht. Eine einfache Logik als Beispiel: warum sollen mit meinen Steuergeldern Banken gerettet werden, die mich dann, weil ich die Zinsen für deren Kredite nicht mehr bezahlen kann, aus meiner Wohnung schmeißen? Schwer etwas dagegen zu sagen… Die Hauptforderung ist, quasi das Motto der Bewegung der letzten Tage: ¡democracía real ya! - Echte Demokratie jetzt (www.democraciarealya.es).Bei Spreeblick gibt es eine ganz gute Übersetzung eines Manifestes, in dem die Forderungen formuliert werden.

Film über die Demos am 15. Mai

Wie geht es weiter?
Nach der erfolgreichen Mobilisierung am Sonntag (#15m) kam es zu vereinzelten Besetzungen von öffentlichen Plätzen. In Madrid mitten im Stadtzentrum an der Puerta del Sol wurde eine Art Zeltlager aufgeschlagen (#acampadasol), was von der gewohnt ruppig auftretenden Polizei heute Morgen allerdings abgeräumt wurde. Für heute Abend haben die Aktivisten zu weiteren Aktionen aufgerufen. Platzbesetzungen in vielen Städten sind geplant. Hier die Liste der avisierten ‘acampadas’.

Die von der Öffentlichkeit eher etwas abschätzig bezeichneten indignados – die Zornigen – werden jedenfalls weitermachen. Auch wenn sie keine konkret zu identifizierenden Führungspersönlichkeiten haben, wie die PSOE in einer Pressemitteilung jetzt u.a. verwundert feststellt. Die Bewegung ist im Web entstanden und kommt aus den dort für die spanische Politik ungewohnt hierarchiefreien Strukturen. Deshalb wird sie in Analogie zu den ebenfalls in den Sozialen Netzwerken initierten Revolutionen in Nordafrika als spanish revolution bezeichnet, was angesichts der Umstände natürlich etwas überzogen wirkt.

Trotzdem: so schnell werden sich diese Leute nicht in ihre Webnischen zurückziehen.

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Unterhaltsam verpackte Informationen zur spanischen Alltagskultur und Umgangsprache – das bietet in hoher Qualität und unaufdringlicher Manier ein neues Buch aus dem Verlag CONBOOK.

Unser Fazit: Diesen gut gemachten Ratgeber würden wir gerne als Pflichtlektüre für Einsteiger und Fortgeschrittene empfehlen.

Wer will das schon: eine Reise in auswärtige Länder unternehmen und dort von einer Peinlichkeit in die nächste geraten. Also zum Beispiel mit kurzer Hose, offenen Sandalen und weißen Socken auf der schicken Strandpromenade schlurfen, während die einheimischen Damen und Herren piekfein herumschlendern, die Augen verdrehend angesichts der Modepeinlichkeit.

Das ist nur ein Szenario von vielen, denn die großen kulturellen Unterschiede zwischen Spanien und Deutschland insbesondere in der Alltagskultur und in der zwischenmenschlichen Kommunikation bieten viel Stoff für Lisa Graf-Riemann. Die Romanistin und Anthropologin hat viele Jahre in Spanien gelebt, kennt also das Land und seine Menschen aus eigener Erfahrung. Daher hat das Buch mehrere Vorteile

  • Es ist aktuell. Die Beispiele und eingeschobenen Infoblöcke umfassen die Themen, die in der spanischen Gesellschaft 2009 und 2010 in der Diskussion waren: die ETA, der Stierkampf, die nationale Frage, die Wirtschaftskrise. Alles übrigens keine Small-talk-Themen, sondern komplexe Themen, denen die Spanier beim Geplapper an der Bar eher aus dem Weg gehen.
  • Es ist aus dem Alltag geschrieben. Wie gesagt: es geht in diesem Buch darum, die spanische Alltagskultur kennenzulernen, um sich Peinlichkeiten zu ersparen. Es sind die Situationen, in die man als Reisender in diesem Land gerät: in der Gastronomie, beim Shoppen, mit neuen Bekannten. Zudem kann es durchaus als kurzweilige Lektüre durchgehen, weil die Szenarien lebendig sind und kein Tabu auslassen.
  • Es ist lehrreich. Sagen wir es so: es ist perfekt für Anfänger und Neulinge. Für Leser, die erste, zweite ud dritte Schritte im Spanischen gemacht haben und jetzt zur ersten Reise aufbrechen. Für diejenigen, die nach zwei Ballermann-Aufenthalten jetzt mehr Interese haben, nach Madrid reisen, Kastilien, Andalusien oder nach Santiago de Compostela in Galicien. Die das Land verstehen wollen. Das gelingt mit diesem Buch unterhaltsam und informativ.

Kurzum: dieser Ratgeber bietet amüsante Lektüre und viel praktisch Hilfreiches ohne moralische Attitüden. Grundton ist eher: mach dich locker, bleib neugierig und offen für einen neuen Kommunikationsstil. Ich möchte dieses Buch daher gerne allen Anfängern und Fortgeschrittenen unbedingt empfehlen. Denjenigen, die schon mal ein Jahr in Spanien gelebt haben, denen wird es allerdings nicht mehr so viel neues erzählen…

Fettnäpfchenführer Spanien: Wie man den Stier bei den Hörnern packt
Von Lisa Graf-Riemann
Gebundene Ausgabe: 273 Seiten
Verlag: Conbook Medien; Auflage: 1., Auflage (NED). (März 2011)
Sprache: Deutsch
Größe und/oder Gewicht: 18,8 x 12,4 x 2,2 cm
Preis: 10,95 Euro

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Hier ein aktueller Buchtipp. Es handelt sich um eine Sammlung der Kolumnen, die der der Autor André Höchemer in der Tageszeitung “Costa Blanca Nachrichten” veröffentlicht hat. Im Folgenden ein paar Infos des Autors über sein Buch.

Sie sind regelmäßiger Spanienbesucher und möchten mehr über Land, Leute und Sprache erfahren? Sie sind von Deutschland nach Spanien oder von Spanien nach Deutschland ausgewandert und wollen Ihre Wahlheimat näher kennenlernen? Sie haben ein Kulturfaible, das Ihnen Spanisch vorkommt?

Dieses Buch serviert einen Sprachcocktail gegen Ihren Wissensdurst, einen erfrischendspritzigen Mix aus Redensarten, Zitaten, Anekdoten, Alltäglichkeiten, Kuriositäten und einem Schuss Grammatik, garniert mit einer Scheibe süßsaurem Humor. Genießen Sie ihn in einem Zug oder schluckweise, Kapitel für Kapitel. Sprachkunde muss nicht immer trocken sein …

Sprache muss nicht trocken sein. Egal ob Höchemer eintaucht in die Sprachhistorie, von der Iberischen Halbinsel den Bogen schlägt zu Wilhelm Busch, sich als Fan von Comics outet oder die spanische Märchenwelt deutet, er entlässt einen schmunzelnden und um einige neue Begriffe reicheren Leser.

Auch bei den Themen kennt André Höchemer keine Grenzen, seien es spanische und deutsche Feiertage, des Menschen liebster Freund, der Schlussverkauf mit seinen Schnäppchen, kulinarische Gaumenfreuden, die „schönste Nebensache der Welt“ oder der Extrakt aus dem unerschöpflichen Repertoire spanischer Flüche.

Noch etwas zeigt André Höchemer mit seiner Kolumne: Sprache ist der Schlüssel zum Empfinden eines Volkes. Welche Bilder beispielsweise verwendet werden, um etwas treffend zu erklären. Was immer wieder überraschend ist: Hier sind sich Spanier und Deutsche oft sehr ähnlich.

Insgesamt gesehen ist Höchemers Kolumne sicherlich einmalig. So fiel es uns damals auch nicht leicht, einen angemessenen Titel für die Beiträge zu finden. Schließlich haben wir uns für „Wortschätze“ entschieden. Weil wir finden, dass unsere Leser alle 14 Tage einen kleinen sprachlichen Schatz heben können.

Umso mehr freuen wir uns, dass eine Sammlung ausgewählter Beiträge jetzt als Buch vorliegt. So vereinigen sich viele Wortschätze zu einem großen Schatz. Und so ist das Buch zu einer richtigen Schatzkiste geworden. In diesem Sinne: Viel Spaß beim Lesen …

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Die Gefahr der Timesharing-Verkaufsangebote in Spanien

von Dirk Baranek am 25. November 2010

Immer wieder erscheinen in den Medien Nachrichten von Time-Sharing-Anteils-Besitzern, die von skrupellosen Betrügern gefragt werden, ob sie diese Anteile verkaufen wollen. 


Sie profitieren von den Bedenken vieler Spanien-Touristen, die irgendwann den Fehler machten, während eines Urlaubs in Spanien ein Angebot zum Time-Sharing-Kauf zu akzeptieren und diesen Kauf kurz danach bereuten.

In der Regel wird man von solchen Leuten mit einem Dienstleistungsangebot für die Verkaufsabwicklung per E-Mail oder telefonisch unangemeldet kontaktiert.

Viele von diesen Firmen beschäftigen Mitarbeiter, welche die deutsche Sprache beherrschen und für die Kontaktaufnahme zuständig sind. Normalerweise wird den Betroffenen versichert, einen Käufer für den jeweiligen Time-Sharing-Anteil gefunden zu haben.

In aller Regel wird eine Vorauszahlung verlangt, meistens mit der Ausrede, irgendwelche Gebühren oder Steuern in Spanien zu zahlen. Das Geld ist danach weg. Sogar wenn die Firma tatsächlich in Spanien registriert ist oder ein persönliches Treffen in Deutschland anberaumt wird, ist es für den Betroffenen sehr schwierig, das Geld wieder zurückzuholen. Der Makler behauptet in diesem Fall in aller Regel, dass diese Vorauszahlung einer Beratungsgebühr entspräche und die Beratung tatsächlich stattgefunden hätte.

Im Zusammenhang mit dem geschilderten Problem lässt sich zum rechtlichen Hintergrund anmerken, dass das Europäische Parlament das Teilzeitwohnrecht mit der EU-Richtlinie 2008/122/EG vom 14.01.2009 neu geregelt hat. Gemäß § 9.2 der Norm sollen die Mitgliedstaaten sicherstellen, dass jegliche Anzahlungen, Sicherheitsleistungen, Sperrbeträge auf Konten, ausdrückliche Schuldanerkenntnisse oder sonstigen Gegenleistungen des Verbrauchers an den Gewerbetreibenden oder einen Dritten im Zusammenhang mit dem Wiederverkauf untersagt sind, solange der Verkauf nicht tatsächlich stattgefunden hat oder der Wiederverkaufsvertrag nicht anderweitig beendet wird.

Falls Sie zu den Kontaktierten zählen, so lassen Sie sich unbedingt von einem Anwalt, der mit dem spanischen Recht vertraut ist, beraten, bevor Sie irgendwelche Vorauszahlungen leisten. Sie werden sich viel Ärger und Geld ersparen.

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Dieser Artikel wurde zur Verfügung gestellt von:

LÜBECK STEUERBERATER RECHTSANWÄLTE GbR

Sonia Garcia Ballarin, Abogada LL.M.
www.luebeckonline.com

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Beim Kochen zu Hause Spanisch lernen bzw. die Kenntnisse vertiefen, um beim nächsten Aufenthalt die Speisekarte zu verstehen oder beim Einkaufsbummel auf dem mercado die richtigen Vokabeln zu kennen – besser geht es doch eigentlich nicht. Deshalb an dieser Stelle ein Hinweis auf das Buch Simplemente cocina rica – Einfach gut kochen | Un libro para vegetarianos de medio tiempo – Ein Buch für Teilzeitvegetarier. Auf 119 Seiten für 9,90 Euro bieten folgendes, so die Infos der Autorin Helga Tradt, die den Band 2007 im Eigenverlag herausgebracht hat.

Zweisprachiges Kochbuch, deutsch-spanisch, vorwiegend vegetarische Rezepte, jeweils auf der linken Seite spanisch, auf der rechten Seite deutsch. Die etwa fünfzig bewährten Rezepte für Teilzeitvegetarierer (wie der Untertitel heißt) reichen von Gurke Mauritius über Bohnen in Sahnesoße mit Roquefort bis hin zu Brandy-Pudding. Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene die Freude an vegetarischem Kochen haben und die ihre Spanischkenntnisse festigen wollen oder Spanisch-Muttersprachler, die die deutsche Sprache vertiefen möchten. Mit den einfachen und unkomplizierten Gerichten kommt Vielseitigkeit auf den fleischlosen Tisch und ganz leicht lassen sich nebenher vorhandene Spanisch- bzw. Deutschkenntnisse festigen.

Oder direkt bei der Autorin bestellen zu einem Preis von 11 Euro inkl. Versandkosten: helgatradt@yahoo.de

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Spanischer Film über Roberto Bolaño

von Dirk Baranek am 9. August 2010

Hier ein Leckerschmecker für Freunde der spanischsprachigen Literatur, den der wie immer höchst interessante Blog von Markus Trapp (CiberaBlog ausgegraben hat.

Es geht in diesem vom spanischen Fernsehen TVE produzierten Dokumentarfilm um den Schriftsteller Roberto Bolaño. Dessen inzwischen auch ins Deutsche kongenial übersetzten Werke machten in den letzten Monaten Furore, vor allem durch die lang erwartete Veröffentlichung des Romans “2666″. Auf 1096 Seiten entsteht ein fast globales Panoptikum des 20. Jahrhunderts mit seinen Ticks, seinem Wahnsinn, seinen Irrungen und Wirrungen. Das alles erzählt in einer facettenreichen Sprache, mit viel Ironie und in der besten Tradition der lateinamerikanischen Moderne.

Bolaño, der ursprünglich aus Chile kommt, ging nach dem Pinochet-Putsch ins Exil und lebte seit 1977 in Spanien. Dort starb er 50jährig 2003. Sein Hauptwerk 2666 erschien posthum.

Wer es erstmal etwas langsamer angehen lassen will, dem sei sein Roman “Die wilden Detektive” empfohlen, für den er mehrere hochkrätige Preise erhalten hat.

Der Film ist auf Spanisch und absolut sehenswert.

Imprescindibles (24/07/2010): Roberto Bolaño

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