Zahl der Ausländer überschreitet erstmals die Grenze von 4 Millionen

von Dirk Baranek am 15. Februar 2007

Das Nationale Institut für Statistik INE hat neue, noch vorläufige Zahlen zu den in Spanien lebenden Ausländern vorgelegt. Erstmals lebten mehr als 4 Mio. Menschen mit ausländischem Pass legal in Spanien. In den letzten sechs Jahren hat sich damit deren Zahl verdreifacht. Veröffentlicht wurden auch Zahlen zur regionalen Verteilung.

Ausländeranteil höher als in Deutschland

Insgesamt hatte Spanien am 1. Januar 2006 offiziell 44,7 Mio. Einwohner, wovon 4,14 Mio einen nichtspanischen Pass hatten. Die Quote lag damit bei 9,3 %. Im Vergleich dazu die Zahlen aus Deutschland (2005): Gesamtbevölkerung 82,5 Mio, davon Auslönder 7,3 Mio. Die Quote ist ca. 8,8 %etwas niedriger als in Spanien.

Wo leben die meisten Ausländer?

Bei einer Aussage in welchen Regionen die meisten Ausländer leben, muss man unterscheiden zwischen den Regionen, die den höchsten Anteil von Ausländern an der Bevölkerung aufweisen, und den Regionen, in denen die meisten Ausländer an sich leben.

Im ersten Falle stehen ganz klar die Touristenregionen am Mittelmeer und die Balearen vorne. Hier eine Top 5 der Regionen. In Klammern der Ausländeranteil in Prozent)

    Alicante (20,1%)
    Almería (17,4%)
    Gerona (17%)
    Balearen (Mallorca, Ibiza, Menorca) (16,8%)
    Murcia (13,8%)

Die Top 5 der Regionen gemessen an der Zahl der dort lebenden Ausländer stellt sich etwas anders dar. In Klammern der %-Anteil der in der Region lebenden Ausländer im Verhältnis zu den Ausländern in Spanien insgesamt.

    Katalonien (22%)
    Madrid (19,3%)
    Comm. Valenciana (16,1%)
    Andalusien (11,8%)
    Kanarische Inseln (5,6 %)

Während also in den großen Metropolen zahlenmäßig die meisten Ausländer leben, ist deren Anteil an der Bevölkerung dort gar nicht so hoch, z.B. in Madrid nur 13,3 %. Im Gegensatz dazu leben gar nicht so viele Ausländer in den Tourismusregionen, machen dort aber schon fast ein Fünftel der Bevölkerung aus.

Die geringsten Ausländer-Anteile weisen die zentralkastilischen und die atlantischen Regionen auf. So sind in der Region Palencia nur 2,3 % der Bevölkerung Ausländer. Ähnliche Zahlen werden auch für León, Ávila, Zamora, Salamanca und Valladolid genannt.

Unterschiede bei der Einwanderung

Es leben mehr männliche Ausländer (53,5%) als weibliche (46,5) in Spanien. Wie auch sonst in Europa, ist die ausländische Wohnbevölkerung im Durchschnitt wesentlich jünger als die inländische: 33 zu 41 Jahren. Interessant ist eine Zahl, die das Durchschnittsalter nach Herkunft differenziert: Während Einwanderer aus Afrika im Durchschnitt 28 Jahre alt sind, sind die in Spanien lebenden Deutschen im Schnitt 48,3 Jahre.

Fazit

Wie sich aus diesen vorläufigen Zahlen ablesen lässt, hat sich Zahl der in Spanien lebenden Ausländer stark erhöht und wächst weiter stark, weist aber regional unterschiedliche Strukturen auf. Während die urbanen Ballungsräume eher junge Menschen auf der Suche nach Arbeit anziehen, ist es in den Mittelmeerregionen eher die wachsende Zahl von meist europäischen Residenten, die die Struktur der Einwanderung prägt.

Quellen: El Pais, 20minutos, terra, Voz de Galicia