Aktuelles Politbarometer: Zapatero beliebt, PSOE rutscht ab

von Dirk Baranek am 23. Februar 2007

Der sozialistische Regierungschef José Luis Rodríguez Zapatero erfreut sich bei den spanischen Wählern weiter einer großen Beliebtheit. In einer gestern bekannt gewordenen Umfrage des staatlichen sozialwissenschaftlichen Instituts CIS (Centro de Investigaciones Sociológicas) schnitt Zapatero glänzend ab. Er konnte sogar auf der Beliebtheitsskala zulegen und ist in Spanien unbestritten der beliebteste Politiker, während Mariano Rajoy, der Vorsitzende der konservativen Oppostion, nur abgeschlagen auf Platz 5 kam. Vor ihm konnten sich noch Gaspar Llamazares, Koordinator des radikalen linken Sammelbeckens Izquierda Unida (IU), Josep Antoni Duran Lleida, Fraktionsvorsitzender der katalanischen Volkspartei CiU und Paulino Rivero von der kanarischen Koalition platzieren.

Während also Zapatero den letzten politischen Turbulenzen nach dem ETA-Anschlag am Madrider Flughafen keinen politischen Tribut zollen musste, kann man das von seiner Partei PSOE nicht feststellen. Bei der Sonntagsfrage sind PSOE und Partido Popular jetzt fast gleichauf. Noch liegt die PSOE mit 38,8% vorn, aber der Abstand auf die PP, die auf 37,6% kommen würde, ist so gering wie seit Beginn der Legislaturperiode nicht mehr.

Allgemein ist das Vertrauen der spanischen Wähler in die politische Klasse allerdings überschaubar. Nur 35% trauen Zapatero überhaupt über den Weg, Rajoy sogar nur 18%. Offensichtlich verschreckt die Wähler der Parteienstreit über das “baskische Problem”. Die zuletzt ziemlich umstrittenen Projekte wie zum Beispiel in der Gesundheitspolitik der Regierung mögen das Ihrige zu dem Vertrauensverlust beigetragen haben.

Quellen: La Vanguardia | CIS-Studie