Historischer Tag für spanische Transsexuelle: Neues liberales Gesetz verabschiedet

von Dirk Baranek am 2. März 2007

Spanien hat seit heute eines der liberalsten Gesetze der Welt in Bezug auf die zivilrechtlichen Konsequenzen einer Geschlechtsumwandlung. Heute wurde im Parlament mit breiter Mehrheit das Gesetz zur geschlechtlichen Identität (Ley de Identidad de Género) verabschiedet, das den Wechsel des Geschlechts wesentlich erleichtert. Schätzungen gehen von 8.000 Transsexuellen in Spanien aus.

Anders als bisher müssen die Betroffenen in Zukunft keine chirurgische Geschlechtsumwandlung mehr nachweisen, um sich vor Gericht entsprechende neue Papiere zu erstreiten. Es genügt der Nachweis, zwei Jahre in dem neuen Geschlecht gelebt zu haben, entsprechende Medikamente zu sich zu nehmen sowie positive Gutachten eines Arztes und eines Psychologen. Die Transsexuellen-Verbände begrüßten denn auch das neue Gesetz und sprachen von einem día histórico (historischer Tag) in der Geschichte der spanischen Transsexuellen.

Gegen das Gesetz sprachen sich im Parlament nur die Abgeordneten der konservativen PP aus und zeigten dabei gleichzeitig ihre innere Zerstrittenheit in Bezug auf die gesellschaftlichen Reformprojekte der Regierung Zapatero. Zum einen stimmten einige Mitglieder der PP-Fraktion für das Gesetz, enthielten sich oder blieben der Abstimmung gleich ganz fern. Zum anderen hatte sich sogar die PP-Fraktion im Senat, der zweiten föderativen Kammer der Cortes, der Gesetzesinitiative angeschlossen. Die Fraktionsführung hat denn auch schon mit politischen Konsequenzen für die abtrünnigen Volksvertreter gedroht…

Quelle: La razón