Tausende demonstrieren gegen die Hafterleichterungen für den ‘etarra’ De Juana

von Dirk Baranek am 3. März 2007

Gestern haben in sich in allen größeren Städten Demonstranten vor den Rathäusern versammelt, um gegen die Hafterleichterungen zu protestieren, die der spanische Innenminister dem ETA-Häftling De Juana Chaos gewährt hatte. Jeweils zwischen 100 bis zu 3.000 Personen gingen in Madrid, Valencia, Alicante, Palma de Mallorca, Sevilla, Salamanca, Bilbao und San Sebastián auf die Straße. Aufgerufen zu den Protesten hatte die Fundación para la Defensa de la Nación Española (Denaes) (Stiftung zur Verteidungung der spanischen Nation).

Die erzkonservative Organisation wirft der PSOE-Regierung vor, sie habe sich bei der Entscheidung, den sich im Hungerstreik befindlichen De Juana in ein baskisches Krankenhaus zu überführen, von den baskischen Separtisten erpressen lassen. So schreiben sie in einem heute veröffentlichten Manifest:

Lo que indigna a todos los españoles de conciencia sana es que nuestro Gobierno, el Gobierno de todos los españoles, se haya sometido al chantaje.

Was alle Spanier mit gesundem Menschverstand empört, ist die Tatsache, dass unsere Regierung, die Regierung aller Spanier, sich einer Erpressung ergeben hat.

Mariano Rajoy, Vorsitzender der konservativen Oppostionspartei, hat unterdessen für die nächsten Tage weitere Demonstrationen angekündigt. Zum ersten Mal seit 30 jahren haben eine Regierung die Drohungen und Erpressungen einer terroristischen Organisation akzeptiert.

Ministerpräsident Zapatero äußerte sich gestern zum ersten Mal zu den aktuellen Entwicklungen auf einer Parteikonferenz der PSOE. Er betonte den menschlichen Aspekt der Entscheidung.

No el miedo o la debilidad lo que ha salvado a De Juana, sino nuestro valor y responsabilidad de luchar por lo que creemos, que es el valor supremo de la vida.

Nicht Angst oder Schwäche haben De Juana gerettet, sondern unser Mut und unsere Verantwortung für das zu kämpfen, an das wir glauben, und das ist das Leben als höchster Wert.

De Juana, war wie berichtet, wegen eines Hungerstreiks auf 55 Kg abgemagert und musste zuletzt zwangsernährt werden.

Quelle: El Pais