Senat verabschiedet Gleichstellungsgesetz

von Dirk Baranek am 8. März 2007

Der Senat, die föderale Kammer der spanischen Cortes, hat am heutigen Weltfrauentag ein neues Gleichstellungsgesetz (Ley de Igualdad) beschlossen und zur Ratifizierung an den Kongress überwiesen.

Der amtierende Arbeits- und Sozialminister Jesús Caldera verwies in seiner Debattenrede, dass das Gesetz, das die Gleichstellung von Frauen und Männern in Spanien fördern soll, seit langem überfällig sei. Unter anderem erkärte er:

Basta mirar alrededor para darnos cuenta de que todavía hay diferencias de trato entre hombres y mujeres que no tienen ninguna justificación.

Es reicht sich umzuschauen, um uns klar zu machen, dass es immer noch Unterschiede zwischen Männern und Frauen gibt, die keinerlei Berechtigung haben.

In dem Gesetz wird nicht nur der Mutterschutz für Frauen auf zwei Jahre ausgedehnt sondern auch eine neue Erziehungszeit von 15 Tagen für Väter eingeführt. Der Minister kündigte an, das diese Zeit bis 2013 auf 4 Wochen ausgedehnt werde. Darüber hinaus enthält das Gesetz weitreichende Regelungen im Strafrecht (sexuelle Belästigung), in der Wirtschaft und in der Politik. So muss in den Vorständen von börsennotierten Unternehmen nach Ablauf einer Frist von sechs Jahren ein Geschlechterverhältnis von 60 zu 40 bestehen. Das gleiche Verhältnis müssen auch die Kandidatenlisten politischer Parteien bei Wahlen.

Das Gesetz wurde im Senat mit großer Mehrheit angenommen. Nur die Abgeordneten der konservativen PP enthielten sich der Stimme.

Quelle: Diario La Rioja