ETA verschickt wieder Erpresserbriefe

von Dirk Baranek am 17. März 2007

Die baskische Separatistenorganisation ETA hat in den letzten Wochen wieder Erpresserbriefe an baskische Unternehmen geschickt. In den Briefen, die mit dem ETA-üblichen Zeichen verziert und in den bekannten Formulierungen in Baskisch und kastilischem Spanisch verfasst sind, verlangen die Absender Beträge zwischen 60.000 und 70.000 EUR als impuesto revolucionario (Revolutionssteuer). Diese werde erhoben um den “Prozess der Befreiung und des nationalen Aufbaus” zu finanzieren. Die schon aus vergangenen Jahren bekannt geworden und von den Unternehmen oft auch mit Zahlungen befriedigten Erpressungen waren zuletzt nach der Ankündigung des Waffenstillstands im Mai 2006 ausgesetzt worden. Die baskischen Unternehmerverbände bestreiten zumeist die Existenz der Erpresserbriefe.

ETA braucht Geld

Die jetzt bekannten neuen und ofensichtlich in erheblichen Umfang versendeten Briefe deuten nach Einschätzung von spanischen Terrorismusexperten auf zunehmende Geldprobleme von ETA hin. Wegen des Waffenstillstands hätten viele baskische Unternehmen ihre Zahlungen eingestellt, während die teure Organisation mit konspirativen Wohnungen für die untergetauchten Mitglieder aber aufrecht erhalten werden musste. Vermutlich sei auch ein Überfall auf ein Waffendepot in Frankreich im Herbst letzten Jahres eher in Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu sehen: Die Beute sollte wohl auf dem Schwarzmarkt verkauft werden.

Frankreich liefert ETA-Verdächtige an Spanien aus

Unterdessen hat Frankreich heute zwei mutmaßliche ETA-Mitglieder an Spanien ausgeliefert. Sie werden u.a. mit 240 Kg Sprengstoff in Verbindung gebracht, die im französsichen Baskenland von der Poizei in geheimen Verstecken entdeckt worden waren. Garikoitz Etxeberria und Asier Larrinaga werden jetzt angeklagt wegen Sprengstoffhandel, Fälschung von Autokennzeichen und der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie sind die ersten mutmaßlichen ETA-Mitglieder, die auf Grund einer neuen spanisch-französischen Abkommens ausgeliefert werden. Dieses erlaubt die Anklage von in Frankreich verübten Straftaten vor spanischen Gerichten.

Quellen:
El Correo
Eitb24