Korruptionsskandal Marbella: 86 Angeklagte und über 5 Milliarden EUR Kaution

von Dirk Baranek am 24. Juli 2007

Das Verfahren im so genannten caso Malaya, dem Korruptions- und Bauskandal in dem andalusischen Jet-Set-Urlaubsort Marbella, hat auch für die spanische Justiz historisch einmalige Ausmaße.

Jetzt legte die Staatsanwaltschaft ihre Anklageschrift vor. Darin werden 86 Verdächtige beschuldigt u.a. an folgenden kriminellen Aktivitäten beteiligt gewsen zu sein:

cohecho, malversación, fraude contra la hacienda pública, blanqueo de capitales como jefe de una organización, falsedad, tenencia ilícita de armas, tráfico de influencias, prevaricación y contra la ordenación del territorio.

Bestechung, Veruntreuung, Betrug gegen die öffentlichen Finanzen, Geldwäsche, Urkundenfälschung, unerlaubter Waffenbesitz, Vorteilsnahme im Amt, Rechtsbeugung und Verstöße gegen das Bodenrecht.

Das zuständige Untersuchungsgericht erließ außerdem eine Kaution von insgesamt 5,2 Milliarden EUR gegen die Angeklagten. Dies sei angescihts der zu erwartenden Strafen und des angerichteten Schadens gerechtfertigt.

Zu den Angeklagten gehören u.a. der Kopf der gesamten Aktivitäten, Juan Antonio Roca, sowie die beiden ehemaligen Oberbürgermeister Julián Muñoz und Marisol Yagüe, die Bürgermeister Pedro Román und Isabel García Marcos sowie insgesamt 16 Stadträte im Gemeinderat von Marbella.

Der berühmten Sängerin Isabel Pantoja, die ebenfalls in den Skandal verwickelt zu sein scheint, wird zunächst nicht angeklagt.

Drei noch flüchtige Beschuldigte, nach denen intensiv gefahndet wird, werden allerdings in Abwesenheit angeklagt werden.

Quelle: sur.es