Mann aus Mali verirrt sich in der Sierra Nevada

von Dirk Baranek am 16. August 2007

Ein illegaler Einwanderer aus Mali – ein “Papierloser” – sin papeles – wie diese Einwanderer aus Afrika generell genannt werden, ist offensichtlich völlig vom Weg abgekommen und hat sich in der Sierra Nevada verirrt. Zunächst wurde er von Bergsteigern am Gipfel des Veleta angetroffen, auf 3.392 Meter Höhe. Ohne Wasser und Nahrungsmittel wurde er von der Gruppe versorgt, die auch seine Bitte, die Polizei aus dem Spiel zu lassen, erhörten und ihn weiterziehen ließen.

Sein nächstes Ziel war dann der höchste Berg der Iberischen Halbinsel, der Mulhacén, mit 3.428 Metern. Unter dem Gipfel wurde er von einem Umweltbeamten gefunden und dann der Guardía Civil übergeben. Warum der 27-jährige Mann im Hochgebirge ohne Ausrüstung und Nahrungsmittel unterwegs war, ist nicht geklärt.

Die Zahl der durch Boote über den Atlantik illegal an den Küsten der Kanaren oder Andalusiens anlandenden Armutsflüchtlinge war in den letzten Monaten fast um die Hälfte zurückgegangen.

Quelle: El País

Nachtrag vom 16. 08. 2007
Heute gibt es noch eine längere Reportage in El País zu diesem Fall. Inzwischen wurde bekannt, dass der Mann in Sandalen (!) und nur in Hemd und Jeans unterwegs war in einer Region, in der auch im Sommer ständig Schnee fällt. Viel hat man noch nicht aus ihm rausgekriegt, weil es auch an Sprachkenntnissen mangelt. Ihm geht es soweit gut und auf die Frage, wie er denn dahin gekommen sei, antwortet er im Moment nur “Piernas fuertes, piernas fuertes” – starke Beine, starke Beine…