Interner Streit bei der Partido Popular um Madrider Bürgermeister

von Dirk Baranek am 22. August 2007

Alberto Ruiz Gallardón hat offensichtlich in ein Wespennest gestochen. Vor einem Vierteljahr hatte der beliebte Bprgermeister von Madrid seine Wiederwahl noch mit einem Triumph an den Urnen abgesichert und die Sozialisten in der Hauptstadt in tiefe Depression gestürzt.

Da war es von seiner Seite wohl logisch, schon mal den Wunsch anzumelden, für die PP bei den Parlamentswahlen im nächsten Frühjahr dirket in Madrdi für einen Sitz im Kongress zu kandidieren. Was dann kam, hat in offensichtlich überrascht, denn die gesamte Fürhung ließ ihn erstmal abblitzen. Ángel Acebes, Generalsekretär der PP, Fraktionssprecher Eduardo Zaplana und die Regionalpräsidentin Esperanza Aguirre kritisierten ihn heftig. Auch der Parteivorsitzende Mariano Rajoy äußerte sich wachsweich. Der Wunsch von Gallardo wurde scheinbar als offenen Angriff auf seinen Führungsanspruch begriffen. Irgendwie ist der PP-Spitze der erfolgreiche Gallardón wohl etwas unheimlich.

Heute rudete dieser etwas zurück und unterstrich, Rajoy…

… será el número uno, no sólo en nuestras listas electorales, sino en la preferencia de los españoles y, por lo tanto, el próximo presidente del Gobierno

… wird die Nummer eins sein, nicht nur auf unseren Wahllisten, sondern auch bei der bevorzugten Wahl der Spanier und deshalb der nächste Regierungschef.

Rajoys Macht aber bröckelt, so vermuten die PSOE-Politker, verrennt er sich doch zu sehr in Kampagnen, wie die überzogenen Anti-ETA-Aktionen oder aktuell in der Diskussion um die Probleme mit den Infrastrukturen in Katatalonien. Hier verweist die Regierung genüsslich auf die stark gestiegenen Investitionen in den von ihnen verantworteten Haushalten. Vorher, in der PP-Zeit, sei eben nichts gemacht worden und nun würden die vielen Bauprojekte zum Beispiel bei der Bahn die Probleme schaffen, temporär natürlich nur.

Der Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba diagnostizierte denn auch bei den Konservativen bereits Diadochenkämpfe. Die potenziellen Nachfolger nach einer vielleicht schon verloren gegebenen Wahl beziehen ihre Positionen.

Dentro del Partido Popular hay gente que está ya pensando qué va a pasar después de las elecciones generales

Innerhalb der Volkspartei gibt es Leute, die schon darüber nachdenken, was nach den Allgemeinen Wahlen passieren wird.

Quelle:
El Mundo