ETA-News vom Wochenende: Straßenschlacht bei Demo, ein neues Pamphlet und eine Bombe, die nicht hochgeht.

von Dirk Baranek am 10. September 2007

Logroño: ETA-Autobombe geht nicht hoch

Gestern Nacht wurde in der Logroño in der Provinz La Rioja versucht, ein Bombenattentat gegen die dortige regionale Zweigstelle der Militärverwerwaltung durchzuführen. Aber die 60 Kilogramm Sprengstoff, die in einem Auto deponiert worden waren, flogen nicht in die Luft, weil wegen eines Konstruktionsfehlers nur der Zünder explodierte. Den Rest konnte die Pollizei entschärfen. Mittlerweile weiß man, dass das Auto in Frankreich gestohlen worden und mit einer Nummernschild-Doublette unterwegs war. Ein Anrufer hatte gestern Abend gegen 23 Uhr das Attentat bei der linken baskischen Zeitung GARA angekündigt. Es muss daher davon ausgegegangen werden, dass ETA hinter der Sache steckt.

ETA-Pamphlet aufgetaucht

Bei GARA ging auch noch etwas anderes ein, nämlich ein aktuelles Pamphlet der baskischen Terroristen-Organisation. Es ist das erste nach der Aufkündigung des Waffenstillstands und der erfolgreichen Polizeiarbeit der letzten Wochen. In dem authentischen Papier bekennt sich ETA zu den Anschlägen der letzten Wochen und kündigt weitere an. Die Regierung von Zapatero wird darin beschuldigt, den Friedensprozess nur dazu benutzt zu haben, ETA zu vernichten.

San Sebastián: Straßenschlacht bei Auflösung verbotener ETA-Demo

Die baskische Polizei Ertzaintza ist am Sonntag massiv gegen eine zuvor verbotene Demonstration vorgegangen. Dabei wurden nicht nur mehrere Polizisten und Demonstranten verletzt, sondern es gab auch neun Festnahmen, darunter eine prominente Führungsfigur der radikalen Linken, Juan Mari Olano. Nachdem die Polizei einen ersten Versuch unternommen hatten, die Solidaritätsdemo für inhaftierte ETA-Mitglieder zu unterbinden, wurden Gummigeschosse und Tränengas eingesetzt. Die Demonstranten – die Anzahl schwanken zwischen cientos (hunderte) und miles (tausende) – konterten mit Stein- und Flaschenwürfen sowie mit Restaurantmobiliar und in Brand gesetzten Müllcontainern. Die Unruhen zogen sich über den ganzen Nachmittag hin.

Quelle: El Paìs , El Periódico, Fotos der Demo: GARA