Katholische Kirche macht mobil gegen Regierung

von Dirk Baranek am 27. September 2007

Wie es wirklich aussieht in den Köpfen der Funktionsträger der katholischen Kirche in Spanien, machte heute wieder einmal Juan Antonio Martínez Camino, Generalsekretär der spanischen Bischofskonferenz, deutlich. In einer Pressekonferenz kritisierte er heute heftig zwei Gesetze der Regierung.

Keine Babyprämie für Ledige
Zum einen verurteilte er den Plan, bei einer zukünftigen Einmalzahlung von 3.500 Euro für jedes Neugeborene auch ledige Mütter zu berücksichtigen. Seiner Meinung nach dürfe der Staat diese Unterstützung nur verheirateten Paar gewähren. Zwar müsse man jedes Kind unterstützen, da diese nicht für die Umstände verantwortlich seien, in die sie hineingeboren werden. Andererseits dürfe der Staat es nicht unterstützen, wenn diese Kinder ohne Vater oder Mutter aufwachsen.

Gegen Staatsbürgerkunde

Zum anderen sprach er sich erneut gegen das neue Schulfach Educación para la Ciudadanía – Staatsbürgerkunde – aus, das es seit diesem Jahr gibt. Offenbar ging er nicht direkt auf die bisher kritisierten Unterrichtsinhalte – Homosexualität als Lebensform, Gleichberechtigung aller Religionen – ein, sondern kritisierte die Tatsache, dass sich der Staat in Gewissenfragen einmische. Mit diesem Argument und unter Berufung auf ihre objeción de conciencia – Gewissensfreiheit – hatten konservative Elterngruppen die Eltern aufgefordert, ihre Kinder nicht in diesen Unterricht zu schicken.

Quelle: Público