König Juan Carlos: Monarchie schafft Stabilität

von Dirk Baranek am 1. Oktober 2007

Heute hat der spanische König Juna Carlos I in seiner traditionellen Ansprache zur Eröffnung des akademischen Jahres die Monarchie verteidigt. Diese habe el más largo periodo de estabilidad y prosperidad en democracia vividos por España – die längste Periode der Stabilität und des Wohlstands in der Demokratie, die Spanien erlebt hat, ermöglicht. Der Auftritt des Königs fand in der Universität von Oviedo statt. Die Veranstaltung wurde durch ein paar Zuschauer gestört, die die republikanische Trikolore hochhielten.

Der Auftritt des Königs findet in einer aufgeheizten Atmosphäre statt, in der einige politische Kräfte versuchen, die aktuelle Staatsform in Frage zu stellen, ihr sämtliche Legitimität absprechen. Meist gehen diese Aktionen auf das Konto von radikalen Regionalisten, wie jüngst in Girona, als Fotos des Königs verbrannt wurden, wie berichtet. Gegen diese Protestierer laufen inzwischen Strafverfahren. Ziel dieser Aktionen ist eigentlich der spanische Staat in seiner jetzigen Form. Angriffsfläche bieten alle Symbole des Staates, wie die Nationalfahne oder eben Juan Carlos selbst.

Hauptargument dieser Kräfte: Der König habe sein Amt aus den Händen eines nicht legitimierten Diktators erhalten. Dies mag zwar für das Ende der Ditktatur stimmen, als Franco den Bourbon-Sprössling als König einsetzte.

Allerdings unterschlägt diese Argumentation die Tatsache, dass die jetzige Verfassung in einer Volksabstimmung vom spanischen Volk am 6. Dezember 1978 in einem Referendum angenommen wurde. Zuvor hatte man in freien, allgemeinen und geheimen Wahlen am 15. Juni 1977 das Parlament gewählt, welches die Verfassung ausarbeitete.

Von daher ist das Argument, das vor allem die radikalen Separatisten immer gerne vorbringen, der jeztige Staat sei letztendlich eine demokratische bemäntelte Fortsetzung der Franco-Dikatatur mit anderen Mitteln, eine einzige Propagandalüge. Letztendlich dient diese Weltsicht nur dem Versuch, die eigenen Reihen fester zu schließen, denn wer nicht für sie ist, ja, der ist Faschist, Nazi, Franquist und verdient letztlich nur den Tod. So wird aus einer verquerten Logik blanker, menschenverachtender Terror.

Quelle: El Público