Nationalfeiertag übermorgen – Konservative heizen Nationalismus an

von Dirk Baranek am 10. Oktober 2007

Übermorgen, am Freitag den 12. Oktober, feiert Spanien seinen nationalen Feiertag – die Fiesta Nacional. Anlässlich dessen wird es wie jedes Jahr einen feierlichen Aufmarsch der gesamten Staatsspitze in Madrid geben, inklusive Militärparade, unter Aufbietung höchster Sicherheitsvorkehrungen. Denn angesichts der aktuell angespannten Sicherheitslage – erst vorgestern hatte ETA wieder eine Bombe gezündet, bei der ein Sicherheitsbeamter verletzt wurde – wäre diese Feier natürlich ein herausragendes Anschlagsziel.

Im Vorgriff auf die Wahlen im Frühjahr haben sich die Konservativen jetzt entschlossen, diesen Tag mit nationalistischen Motiven aufzuladen. Heute veröffentlichte der Oppositionsführer Mariano Rajoy ein Video, in dem er alle Spanier auffordert, übermorgen ein Bekenntnis zur Nationalflagge abzulegen. Die rot-gelb-rote fahne mit dem königlichen Wappen war in den letzten Wochen verstärkt in die Debatte geraten. Hintergrund ist die Weigerung vieler Gemeinden in Katalonien und im Baskenland, die spanische Fahne zu hissen. Ein Vorwurf der Konservativen war, dass die Regierung dagegen nicht schärfer vorgehe.

In dem Video sagt Rajoy nicht nur, er sei stolz ein Spanier zu sein (Soy orgulloso de ser Español), sondern apelliert auch an alle Spanier, unabhängig von der ideologischen Ausrichtung, wie er listig betont, sich zu den nationalen Symbolen öffentlich zu bekennen. Es muss wohl jetzt damit gerechnet werden, dass dem nicht wenige Anhänger folgen werden. Problem bei solchen Aktionen: Derjenige, der es nicht macht, wird sich des Vorwurfs ausgesetzt sehen, gegen diesen Staat zu sein. Das sind die bekannten Konsequenzen nationalistischer Propaganda.

Übrigens ist der 12. Oktober der Tag der Entdeckung Amerikas…