Die spektakuläre Erweiterung des Museo del Prado wird am Mittwoch in Madrid eröffnet

von Dirk Baranek am 28. Oktober 2007

In Paris ist es der Louvre, in London die Tate Gallery, in Madrid das Museo Nacional del Prado – die großen Museen, in denen die Kunst der Vormoderne ihren Platz findet. Der Prado steht für die großen Meister des spanischen Barock Velázquez und El Greco sowie natürlich Goya. Aber auch Dürer, Breugel, Bosch und Rubens kann man hier im Original bewundern. Insgesamt 4.000 Werke sind ausgestellt.

In der Vergangenheit hatte das Museum immer über Platzprobleme geklagt, vor allem hatte man in dem Ende des 18. Jahrhunderts von Juan de Villanueva geplanten Gebäude keinen richtigen Saal, keine Blbliiothek und an Büros fehlte es auch. Damit ist jetzt Schluss, denn am Mittwoch wird nach fünfjähriger Bauzeit der “neue” Prado eröffnet. Dem Ensemble wurde ein Erweiterungsbau verpasst, der die Gesamtfläche um ein Drittel erhöht – von vorher 28.000 qm auf nun 43.000 qm.

Von außen wird sich die Erweiterung des Prado zunächst dem Besucher kaum erschließen, denn die Schokoladenseite am Paseo del Prado hat sich überhaupt nicht verändert. Vielmehr wurde das Villanueva-Gebäude an der Rückseite erweitert. Dabei wurde allerdings gleich eine komplette Klosterkirche in dem dahinterliegenden Viertel einbezogen, die in dem neuen Bau spektakulär inszeniert wird.

Überhaupt ist der Bau offensichtlich eine gelungene Kombination zwischen alt und ultramodern, eine Leistung des Architekten Rafael Moneo, der allerdings das ursprüngliche Budget von 43 Millionen Euro mehr als gesprengt hat: 152 Millionen hat die Maßnahme schlussendlich gekostet. Dafür gibt es eine neuen Eingangsbereich, einen Saal für 440 Personen, eine Bibliothek mit Lesesaal und viel Ausstellungsfläche, die für Wechselausstellungen genutzt werden soll. Zur Eröffnung werden 150 Bilder und Skulpturen spanischer Maler des 19. Jahrhundert gezeigt, die bisher in den reichhaltigen Depots gelagert wurden und teilweise noch nie gezeigt werden konnten.

Hier gibt es ein ganz gutes PDF, auf dem die Erweiterungsbauten grafisch erklärt werden.

Fotos des neuen Prado

Die folgenden Fotos hat der Flickr-User Javier Rodríguez Martín unter dem Gruppenpseudonym losminimos veröffentlicht, der die Gelegenheit hatte, sich den Neubau letzte Woche anzuschauen.

An der Rückseite des Prado hat Rafael Moneo diesen Kubus hinzugefügt. Die Tür wurde von der Künstlerin Christina Iglesias entworfen

Die Tür von Christina Iglesias

Die aufwendig in den Bau integrierte historische Fassade der Klosterkirche San Jeronimo. In der Mitte ein Lichtschacht in die darunter liegenden Ausstellungsräume.

Blick in den Lichtschacht

Neue Ausstellungsräume

Die neue Lobby