König besucht afrikanische Exklaven – Marokko mault…

von Dirk Baranek am 2. November 2007

Der König reist und die Nachbarn maulen. Das gibt es nicht oft in den angeblich so guten und engen Beziehungen zwischen Spanien und Marokko. Hintergrund ist ein für kommenden Montag vorgesehener, offizieller Besuch von Juan Carlos I in den spanischen Städten Ceuta und Melilla. Das Besondere daran: Der König besucht die beiden inzwischen mit massiven Sperranlagen vom marokkanischen Umland abgeschotteten Häfen überhaupt zum allerersten Mal in seiner Amtszeit. In den letzten Jahren waren die Exklaven vermehrt in die Schlagzeilen geraten, weil viele afrikanische Armutsflüchtlinge diese als Tor nach Europa zu erreichen versuchten.

Heute zeigte sich die marokkanische Regierung nicht gerade begeistert von der Reise. Seit langem vertritt man in dem nordafrikanischen Land die Position, dass es sich eigentlich um eigenes Staatsgebiet handele. Alle Marokkaner seien sich darin einig, dass Ceuta und Melilla marokkanische Städte seien, sagte der Regierungssprecher. Gleichwohl wolle man die freundschaftlichen bilateralen Beziehungen nicht belasten. Dazu seien diese ein zu wichtiger Faktor bei der Stabilisierung des Mittelmeerraums.

Für die Spanier ist die Sache klar: Die seit dem 16. Jahrhundert zu Spanien gehörenden Exklaven seien anerkanntes spanisches Staatsgebiet. Da passt denn auch kein Blatt zwischen Politiker jeglicher Couleur – von ganz links bis, natürlich, ganz rechts.

Quellen: El Mundo, El País