Kirchensteuer immer unbeliebter – nur noch jeder Vierte will zahlen.

von Dirk Baranek am 5. November 2007

Immer weniger Spanier sind bereit, eine Extrasteuer für die katholische Kirche zu zahlen. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das sozialwissenschaftliche Institut CIS unter Einkommensteuer zahlenden Spaniern gemacht hat.

Danach haben in 2006 nur 23,9 Prozent der Steuerbürger in ihrer Einkommenssteuererklärung (IRPF/Impuesto sobre la Renta de las Personas Físicas) einen Haken bei der Frage gemacht, ob sie 0,7 Prozent ihres zu versteuernden Einkommens an die Kirche abführen wollen. Im letzten Jahr waren dies noch 27,2 Prozent.

Dieser Rückgang ist für die Kirche, die sich in den letzten Monaten mit dem Widerstand gegen einige gesellschaftliche Reformprojekte der Regierung nicht besonders beliebt gemacht hat, doppelt schmerzlich. Denn seit Ende 2006, als die Zapatero-Regierung ein Abkommen mit dem Vatikan über die zukünftige Finanzierung der Kirche durch den Staat abschloss, ist man vollständig auf die freiwillige Steuerzahlung der Bürger angewiesen. Vorher bekam das Episkopat teilweise direkt Mittel vom Staat. Das wurde komplett abgeschafft und dafür der Prozentsatz von 0,5 auf jetzt 0,7 angehoben.

Die zurzeit tagende spanische Bischofskonferenz hat eine Medienkampagne angekündigt, in der die Öffentlichkeit über diese neue Regelung und die sozialen Aktivitäten der Kirche informiert werden soll.