Neonazi ersticht 16-Jährigen Gegendemonstranten in Madrider U-Bahn

von Dirk Baranek am 12. November 2007

Gestern Mittag ist es in der Madrider U-Bahn zu einer Auseinandersetzung zwischen rechtsradikalen und linken Demonstranten gekommen, die mit dem Tod eines 16-Jährigen endeten. Weitere Personen wurden zum Teil schwer verletzt. Die Messerstecherei stand in Zusammenhang mit einer Demonstration der Neonazi-Partei Democracia Nacional, die in dem Stadtteil Usera stattfinden sollte.

Wie die spanische Presse berichtet, befand sich der 24-jährige Täter, ein Berufssoldat, in der U-Bahn auf dem Weg zu der Demonstration, als eine Gruppe antifaschistischer Gegendemonstranten den Waggon betrat. Offenbar fühlte sich dieser provoziert und stach unvermittelt mit einer Machete mit 25 Zentimeter langer Klinge wahllos auf die Gruppe ein. Dabei wurde ein 16-Jähriger tödlich ins Herz getroffen und ein weiterer Jugendlicher in die Lunge. Letzterer soll sich nach einer Notoperation außer Lebensgefahr befinden. Es kam auch Reizgas zum Einsatz.

Nach dem Halt der U-Bahn in der Station Legázpi versuchte der Täter zu flüchten, wurde aber von den Begleitern der Verletzten verfolgt und infolgedessen kurz danach von der Polizei festgenommen.

Im Verlauf des späten Nachmittags versammelten sich etwa 500 Demonstranten an der Puerta de Sol und verlangten ein Verbot aller rassistischen und fremdenfeindlichen Demonstrationen.

Quelle: Público, El País