Andalusien 2020: Alles wird gut, sagen die Experten

von Dirk Baranek am 8. Dezember 2007

Ein halbes hundert von Soziologen, Ökonomen, Bildungs- und Verkehrswissenschaftler haben sich an der Aufgabe versucht, anhand von 40 Fragen die Entwicklung Andalusiens bis zum Jahr 2020 vorherzusagen. Die Studie war von dem Centro de Estudios Andaluces initiert worden und das Ergebnis stimmt optimistisch. Sowohl in den sozialen Bereichen als auch auf den Feldern Wirtschaft und Gesundheit sehen die Wissenschaftler gewaltige Fortschritte in Südspanien voraus. Besonders bei der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Armut werde Andalusien in den nächsten Jahren vorankommen.

Diese Entwicklung beruht wohl zum Teil auf einem radikalen Mentalitätswandel, den die Experten feststellen. Die Kultur des Fatalismus, die den Andalusiern allgemein zugeschrieben wird, werde überwunden und das sei eine novedad histórica – eine historische Neuigkeit, so der Soziologe Eduardo Bericat. Er sagte: Es un cambio histórico radical, por fin hay confianza en que con sus propios recursos se puede afrontar el futuro. – “Es ist ein radikaler, historischer Wandel, dass es endlich das Vertrauen gibt, mit den eigenen Mitteln mit den Herauforderungen der Zukunft fertig werden zu können.”

Wachsende Probleme sehen die Forscher zum einen bei der wachsenden Einwanderung und bei den staatlichen Haushaltsmitteln. Denn ab 2013 wird Andalusien keine Mittel mehr aus den europäischen Strukturfonds erhalten, die in den letzten Jahrzehnten nicht unerheblich dazu beitrugen, die Infrastrukturen im ehemaligen Armenhaus Spaniens zu modernisieren.

Zu den wichtigsten Aktionsfeldern der Politik erklärten die Experten die Bereiche Bildung, den Wohnungsbau und eine Verminderung der Abhängigkeit von staatlichen Transferleistungen.

Quelle: Granada Hoy