Polizei verhaftet falsche ETA-Erpresser

von Dirk Baranek am 19. Januar 2008

Die spanische Bundespolizei hat fünf Personen verhaftet, die unter dringendem Taverdacht stehen, Geschäftsleute mit Drohbriefen erpresst zu haben. In diesen Briefen trat die Bande als Mitglied der spanischen Separatistenorganisation ETA auf, die immer wieder ähnliche Briefe versendet hat, um baskische Unternehmen zur Zahlung von Schutzgeld zu veranlassen.

Die über 80 Briefe waren Anfang Januar bei Unternehmen im ganzen Land eingegangen. Darin wurden die Empfänger unter der Drohung eines Angriffs auf Leib und Leben aufgefordert, Summen zwischen 15.000 und 50.000 Euro zu zahlen. Kontakt zwecks Übergabe der Summe sollte per Mobiltelefon aufgenommen werden, eine Methode die letztlich zur Verhaftung der kriminellen Vereinigung führte.

Zwar handelte es sich um ein in der Dominikanischen Republik zugelassenes Pre-paid-Handy, aber den Behörden gelang es trotzdem, den Inhaber ausfindig zu machen. Verhaftet wurden fünf Personen, ein 32-jähriger Sevillaner, zwei 23-jährige Brasilianer und zwei Frauen aus der Dominikanischen Republik.

Die Polizei berichtete, dass es sich bei den Briefen um plumpe Fälschungen von ETA-Briefen gehandelt habe. Weder das Wasserzeichen noch der Stempel mit dem ETA-Symbol seien vorhanden gewesen. Auch sonst hätten sich die Beschuldigten recht unprofessionell verhalten. So sei deren Überzeugung völlig irrig gewesen, das Handy sei wegen der Zulassung in Südamerika nicht für die Polizei ortbar.