Zapatero legt sich mit Kirche an

von Dirk Baranek am 2. Februar 2008

Es ist Wahlkampf und weil es vielleicht nicht so gut aussieht für die oppositionellen Konservativen, hatten sich die spanischen Bischöfe entschlossen, eine Art Wahlprüfstein zu veröffentlichen, mit deren Hilfe der klerikal orientierte Bürger seine Entscheidung für eine bestimmte Partei treffen sollte.

Erwartungsgemäß fällt die Liste nicht sonderlich positiv für die regierenden Sozialisten aus. Parteien, die sich für die gleichgeschlechtliche Partnerschaft oder die Abtreibung einsetzen, seien für christliche Wähler nicht akzeptabel, so die Bischöfe. Werden solche Forderungen von der inzwischen, wie aktuelle Studien belegen, stark säkularisierten spanischen Gesellschaft eher achselzuckend zur Kenntnis genommen, haben die Bischöfe allerdings ein Thema aufgegriffen, das die Wähler nach wie vor besonders umtreibt: der baskische Terrorismus. Wer mit den Terroristen verhandele, sei nicht wählbar, so die Meinung der spanischen Bischofskonferenz.

Gegen diese implizite Behauptung, seine Regierung verhandele mit den militanten ETA-Separatisten, hat sich nun Regierungschef Zapatero scharf abgegrenzt. In einer Wahlkampfveranstaltung gestern, sagte er unter anderem:

Los obispos tienen derecho a pedir el voto para el PP, pero esta vez han ido más allá, han caído en la tentación de usar el terrorismo en campaña electoral, y a eso no tienen derecho. Y si no se lo hemos aceptado a Rajoy, tampoco se lo vamos a aceptar a los obispos.

Die Bischöfe haben das Recht, um eine Stimme für die PP zu bitten, aber dieses Mal sind sie darüber hinausgegangen. Sie sind der Versuchung erlegen, den Terrorismus im Wahlkampf zu benutzen, und dazu haben sie kein recht. Und wenn wir das nicht bei Rajoy akzeptiert haben, werden wir das auch nicht bei den Bischöfen akzeptieren.

Zapatero sieht offensichtlich seine erfolgreichen Bemühungen konterkariert, den Parteienstreit über die Strategie zur Eindämmung des baskischen Terrorismus einzudämmen.

Siehe auch: Kategorie Baskenland/ETA
Quelle: Terra