Ranghoher Offizier wegen Geschichtsklitterung entlassen

von Dirk Baranek am 24. Februar 2008

Das von den Cortes im Sommer verabschiedete Gesetz zur historischen Erinnerung (Ley de Memoria Histórica) stößt offenbar vor allem innerhalb der spanischen Streitkräfte auf Widerstand. Jetzt wurde Lorenzo Fernández Navarro de los Paños y Álvarez de Miranda, der bisherige Militärkommandant der galicischen Provinzen La Coruña und Lugo, seines Amtes enthoben und muss für einen Monat in Arrest.

Fernández Navarro wurde wegen militärischem Ungehorsam zu dieser Strafe verurteilt, weil er einer Anordnung des Verteidigungsministers nicht nachgenommen war, in einem Bericht die Auswirkungen und Maßnahmen des Gesetzes für die Einrichtungen unter seiner Befehlsgewalt zusammenzufassen. Stattdessen hatte er in einem vertraulichen Bericht das Gesetz scharf kritisiert. Sein Hauptvorwurf nach Zeitungsberichten: Das Gesetz spalte die Nation, weil nun die “Bösen” Opfer einer Repression werden und weil es die Legalität des Königs sowie der Verfassung in Frage stelle.

Wie die in Militärkreisen gewühnlich gut informierte Zeitung ABC berichtet, stößt die Umsetzung des Gesetzes, die vor allem auf die Entfernung franquistischer Symbol aus dem öffentlichen Raum zielt, bei den Streitkräften auf erheblichen Widerstand. Die jetzige Maßnahme gegen Fernández Navarro werde als Versuch bezeichnet, unliebsame Kritiker mundtot zu machen.