US-Bericht: Spanien ist europäisches Drogenland Nr. 1

von Dirk Baranek am 1. März 2008

Die relative laxe Gesetzgebung gegenüber weichen Drogen, viele tausend Kilometer schwer überwachbarer Küstengrenzen und eine enge kulturelle Beziehung zu den Hauptproduktionsländern in Südamerika – diese drei Faktoren haben wohl dazu beigetragen, dass die Iberische Halbinsel zum Einfallstor für Kokain und Haschisch für ganz Europa geworden ist. So stellt es jedenfalls ein Bericht dar, den das US-Außenministerium veröffentlicht hat.

Nicht nur als das Transitland für den europäischen Drogenmarkt wird Spanien in dem Bericht bezeichnet, sondern auch der höchste Verbrauch von illegalen Drogen im Land selbst festgestellt. Inzwischen lebe jeder fünfte europäische Kokainkonsument in Spanien. Während die coca hautpsächlich aus Kolumbien und Bolivien stamme, werde das Haschisch vor allem aus Marroko und Algerien eingeschmuggelt. Der Konsum des Marihuanaharzes selbst ist in Spanien straffrei, die bekannten porros werden fast überall in der Öffentlichkeit geraucht.

Allerdings werden in dem Bericht auch die vielfältigen Bemühungen der Strafverfolgungsbehörden gewürdigt, die in den letzten Monaten zu erheblichen Fahndungserfolgen geführt haben. So wurden mehrfach große Mengen Kokain beschlagnahmt und Labors für synthetische Drogen entdeckt.

Quelle: El Periódico