Baskischer Lokalpolitiker der PSOE erliegt Attentat – Parteien brechen Wahlkampf ab

von Dirk Baranek am 7. März 2008

Heute Vormittag wurde in Mondragón (Guipuzcoa) ein ehemaliger Gemeinderat der baskischen Sozialdemokraten auf offener Straße durch Schüsse so schwer verletzt, dass er Stunden später im Krankenhaus seinen Verletzungen erlag. Ein Mann feuerte vier Pistolenschüsse auf ihn ab, die ihn im Kopf und im Oberkörper trafen. Anschließend flüchtete der Attentäter in einem Auto, das ein zweiter Mann steuerte, der mit laufendem Motor gewartet hatte.

Der PSOE-Vorsitzende Zapatero erfuhr während eines Wahlkampfauftritts in Andalusien von den Ereignissen. Er sagte alle weiteren Auftritte ab und begab sich in den Regierungssitz La Moncloa, um die weiteren Maßnahmen der Regierung zu koodinieren. Auch Oppositionschef Rajoy unterbrach den Wahlkampf. Inzwischen haben alle Parteien den Wahlkampf unterbrochen. Heute um 19 Uhr findet ein Treffen von Vertretern aller Parteien im Kongress statt.

Offensichtlich versucht ETA, wahrscheinlich Urheber des Mordanschlags, mit dieser Aktion noch Einfluss auf die Ergebnisse der Wahl übermorgen zu nehmen. Für die Spanier sind diese Vorgänge umso brisanter, weil sie fatal an die Umstände der letzten Parlamentswahl erinnern, bei der vier Tage vorher die verheerenden Anschkäge in Madird von Islamisten verübt wurden. Das Attentat konterkariert die Bemühungen der PSOE den Eindruck zu vermitteln, ETA habe man im Griff und die Organisation sei nach den Fahndungserfolgen der letzten Jahre auf dem absteigendem Ast. Dagegen hatten die Konservativen stest die angebliche Untätigkeit kritisiert und gar eine Kumpanei mit den Terroristen unterstellt. Gemäß der ETA-Logik ist eine konservative Regierung wünschenswerter, da diese die Konflikte im Baskenland eher verschärfen und den Militanten in der genervten Bevölkerung wieder mehr Rückhalt verschaffen würde.

Quelle: El País


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