Zapatero bestätigt – regionale Parteien verlieren

von Dirk Baranek am 10. März 2008

Spanien hat gewählt und Regierungschef Zapatero klar im Amt bestätigt. Fünf Sitze gewann die PSOE hinzu und kommt damit auf 43,7 Prozent. Die absolute Mehrheit im Parlament wurde allerdings mit 169 Abgeordneten klar verfehlt. Dafür wären 176 Sitze erforderlich.
Die konservative Volkspartei PP gestand die Nierderlage gestern Abend ein und gratulierte den Sozialdemokraten zum Sieg. Allerdings dürfte die Situation von Oppostionschef Mariano Rajoy nicht unbedingt kritisch werden, denn auch die PP gewann Stimmen hinzu. Sie errang 40,1 Prozent der Stimmen und stellt nun 153 Abgeordnete, fünf mehr als vor vier Jahren.

Abgestraft wurden von den Wählern vor allen die radikalen Nationalisten und die Linke. Zwar konnten die bürgerlichen Katalanen der CiU sogar einen Sitz hinzugewinnen und stellen mit 11 Abgeordneten jetzt die drittgrößte Fraktion im Parlament.  Die radikalen Nationalisten der Esquerra Republicana de Catalunya (ERC) allerdings mussten eine schwere Niederlage hinnehmen. Statt vorher acht stellt sie nun nur noch drei Abgeordnete. Die Partei hatte in der letzten Zeit durch einen unverbesserlichen Katalanismus immer wieder die Öffentlichkeit brüskiert. Offensichtlich will das auch in Katalonien niemand mehr.

Unzufrieden mit dem Ausgang der Wahl wird auch die radikale Linke der Izquierda Unida sein. Die Liste aus Kommunisten, Pazifisten und Grünen verlor massiv Stimmen und brachte nur noch zwei Abgeordnete durch. In einer ersten Stellungnahme machte Parteichef Llamazares  vor allem das extrem ungerechte Wahlsystem dafür verantwortlich. Nicht ganz unberechtigt, denn immerhin holte seine Partei über 200.000 Stimmen mehr als die CiU.

Auch die regionalen Parteien im Baskenland und auf den Kanaren verloren Wähler, wovon zumeist die PSOE profitierte.

Bei den gleichzeitig stattfinden Wahlen in Andalusien konnten die regierenden Sozialisten ihre absolute Mehrheit verteidigen, obwohl die PP auch hier erheblich an STimmen hinzugewann. Fast völlig verschwunden ist allerdings die Partida Andalucista, die nur noch auf 2,9 Prozent kam.

Regional aufgeschlüsstelte Ergebnisse hier bei El País.