Sachen anketten als Protest in Barcelona

von Dirk Baranek am 25. Mai 2008

Auch in Spanien plagen sich einige Kommunen mit den so genannten „holländischen Problemen“. Bei diesem gerade von uns erfundenen Komplex geht es um Fahrräder im öffentlichen Raum. Bekanntlich kommen die in niederländischen Städten vermehrt vor. gerne werden sie überall abgestellt, angeschlossen, verkettet. Dort bilden sie Pulks, die sich zu wahren Barrikaden auswachsen können und den knappen Raum eng machen.

Die katalanische Hauptstadt Barcelona hat dagegen 2007 ihre Verkehrsverordnung geändert. Seitdem dürfen Fahrräder nicht mehr an Amplemasten, Papierkörbe, Bänke und dergleichen angeschlossen werden. Das Stadtmobiliar ist tabu für die Parknöte der Zweiradbesitzer. Strafe bei Zuwiderhandlung: Bis zu 450 Euro. Zwar wurden inzwischen vermehrt Abstellmöglichkeiten für die Drahtesel, die sich in Barcelona verstärkter Beliebtheit erfreuen, geschaffen, aber offenbar noch viel zu wenige.

Gegen diese Maßnahme setzt sich jetzt eine Gruppe mit kreativen Guerillaktionen zur Wehr. Mit sogenannten Interventionen versucht die anonym arbeitende Gruppe die staatlichen maßnahmen ins Lächerliche zu steigern. Angekettet werden dabei an Masten Schubladen, Kronleuchter, Kühlschränke, Stühle oder auch ein Dreirad. Natürlich werden die Aktionen fein säuberlich dokumentiert. Der Name der Gruppe: 59 €. Soviel kostet es, wenn das Fahrrad von der Verwaltng aufgebracht und ins Depot entführt wurde.

Website: 59euros.wordpress.com

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pacotilla 05.28.08 at 23:51

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