Protestaktionen gegen steigende Benzinpreise weiten sich aus

von Dirk Baranek am 6. Juni 2008

Alles begann mit den Fischern. Seit ein paar Wochen spitzt sich die Situation in der spanischen Fischflotte in den Häfen Galiciens und Andalsusiens zu. Die immer weiter steigenden Preise für den Treibstoff der Bootsmotoren machen die Fischerei zu einem Verlustgeschäft. Die Fischer reagieren ähnlich wie die Milchbauern jüngst in Deutschland: Boykott. Die Schiffe bleiben in den Häfen. Und die Fischer marschieren durch die Städte, wie gestern in A Coruña und Vigo. Zwar beteiligen sich dsie komlette Branche, aber diverse Verbandssprecher haben eine Ausweitung angekündigt, wenn die Regierung nichts unternehme. Erste Engpässe sind auf den Märkten spürbar.

Inzwischen haben sich die Proteste auf die Transportbranche ausgedehnt. In Madrid fuhren die Taxifahrer in lanxgen hupenden Kolonnen durch die Innenstadt und verursachten natürlich eine Mega-Stau. Auch die LKW-Fahrer haben sich jetzt den Streiks angeschlossen. Vir allem an der Mittelmeerküste kam es zu teilweise gewaltätigen Aktionen, als aufgebrachte LKW-Fahrer ihre Kollegen an der Weiterfahrt hindern wollten und ganze Autobahnen lahm legten. Der Präsident eines Bauernverbandes befürchtete bereits Probleme beim Transport von Agrarprodukten. Häfen und Grenzübergänge müssten frei bleiben.

Zusammen mit den zuletzt sehr schlechten Zahlen vom Arbeitsmarkt und eingetrübten Konjunkturaussichten steht die Regierung Zapatero durch die Proteste verstärkt unter Druck, die Krise zu bekämpfen. Eine Zustandsbeschreibung im übrigen, die bisher von der gerade ins Amt zurückgekehrten Regierung vermieden wurde. Vizepräsidentin de la Vega kündigte allerdings auf einer Pressekonferenz Gespräche mit allen betroffenen Branchen an. Man werde zu einer Einigung, sagte sie zuversichtlich, falls die Bedingungen akzeptabel seien.

Quellen: El Mundo, Publico,