Neuer Korruptionsskandal in Andalusien – 25 Festnahmen

von Dirk Baranek am 18. Juni 2008

Die Korruptionsskandale an der Mittelmerküste nehmen kein Ende. Gestern erwischte es den Ort Estepona, einer Stadt in Andalusien etwa 50 Kilometer südlich von Málaga. Die Polizei nahm auf einen Schlag 25 Personen fest, zumeist hochrangige Mitarbeiter der Stadtverwaltung, darunter den Stadtarchitekten, die Verantwortliche für die Verwaltung der Strände und den Bürgermeister des Ortes. Auch Baunternehmer und Anwälte befinden sich unter den Verhafteten.  Pikant an den Festnahmen: Alle gewählten Volsvertreter gehören der sozialdemokratischen PSOE an. Bisher musste sich eher die konservative PP mit geschmierten Parteimitgliedern auseinandersetzen.

Die Polizeiaktion, in deren Verlauf über 30 Wohnungen durchsucht wurden, beziehen sich auf Ermittlungen einer auf Vergehen im Bereich Städtebau spezialiserten Sondereinheit der Polizei, sowie von Antikorrupionseinheiten der Staatsanwaltschaft.

Diese hatten einen Vertrag von 2005 genauer unter die Lupe genommen. Darin hatte die Gemeinde städtischen Grund und Boden an ein Unternehmen verkauft, das bereits bei dem Korruptionsskandal in Málaga aufgefallen war. Verdächtig kam den Ermittlern dabei vor, dass statt des handelsüblichen Quadratmeterpreises von über 2.000 Euro nur etwa 800 Euro vereinbart wurden. Der Verdacht liegt nahe, dass hier in großem Umfang geschmiert wurde.

Die PSOE hat inzwischen angekündigt, die betroffenen Mitglieder aus der Partei auszuschließen, sollten sich die Verdachtsmomente erhärten. Die Partei habe in dieser Frage tolerancia cero, teilte deren Fraktionssprecher in Madrid mit.

Quelle: Información