Rajoy: Volkspartei gehört ins Zentrum

von Dirk Baranek am 20. Juni 2008

Heute beginnt in Valencia der mit Spannung erwartete Parteikongress der konservativen Volkspartei Partido Popular. Angesichts von zwei gegen Regierungschef Zapatero verlorenen Wahlen musste sich der Vorsitzende Mariano Rajoy in den letzten Wochen eines zunehmenden Unmuts in den eigenen Reihen stellen. Allerdings war da auch viel Mediengeklimper dabei, deren sich vor allem die Madrider PP-Chefin Aguirre bediente. Gegenkandidaten hat Rajoy denn auch am Samstag bei der Wahl nicht zu erwarten – die meisten regionalen Spitzenkräften hatten sich zuletzt für ihn ausgesprochen.

Gleichwohl scheint Rajoy zu spüren, dass ein einfaches „Weiter so!“ nicht reichen mag, um in der Gesellschaft Mehrheiten zu finden. Trotz guter Ausgangslage auf Grund der ins Trudeln kommenden spanischen Wirtschaft und deren die Regierung gehörig unter Druck setzenden Folgen, ist es den Konservativen bisher nicht gelungen, politisch in die Offensive zukommen. Die Umfragewerte sind weiter schlecht.

Den spanischen Wählern scheint es einfach nicht zu gefallen, dass die PP sich eher mit den Kräften verbündet, die für eine traditionelle, vom Katholizismus geprägte Gesellschaftspoltik eintreten. Daher versuchte Rajoy heute selbst, die Partei eher in der Mitte der Gesellschaft zu verorten. Er wolle eine Partei, die offen ist für alle Spanier, sagte er.

Quelle: Terra