Protest gegen die Schließung eines kastilischen Radios in Katalonien

von Dirk Baranek am 22. Juni 2008

Die katalanische Regierung scheint es ernst zu meinen, mit ihren rigiden, auf die Durchsetzung des Katalanischen ausgerichteten Sprachpolitik. Jüngstes Beispiel ist der Entzug einer Sendelizenz für ein Radioprogramm, das ausschließlich in kastilischem Spanisch sendet. Seit 20 Jahren gibt es das Radio Union de Cataluña und wurde für Hörer entwickelt, die ehemals aus der Extremadura stammen und natürlich des Katalanischen nicht mächtig sind. Argument der Behörden: Das Radio erfülle nicht die Vorschriften für die Förderung des Katalanischen in den Medien.

Die Aktion der Generalitat veranlasste nun sogar den Parlamentspräsidenten der Region Extremadura zu einem geharnischten Brief an die Regierung und das Parlament in Barcelona. Darin weist er darauhin, dass hunderttausende von Extremadurern (spanisch: extremeños) in Katalonien lebten und ein Recht auf eine Radiostation hätten, die ihrem sozialen und kulturellem Leben entspräche. Diese Menschen wollten ihre Identität pflegen und nicht aufgeben.