Unabhängige, neutrale Medien? Fehlanzeige!

von Dirk Baranek am 22. Juni 2008

portada20080622.jpgDie spanische Presselandschaft ist geprägt vom politischen Lagerdenken. Anders als in Deutschland, wo sich die Tageszeitungen eher als neutrale Beobachter und Analytiker poltischer Konflikte verstehen, muss man die Erzeugnisse der spanischen Verlage mit einer gewissen Vorsicht genießen. Inhalte und Präsentation sind eben stark von politischen Intentionen geprägt und kaum ein Organ macht einen Hehl daraus.

Wie stark selbst die mehrfach international ausgezeichnete El País von diesem Denken beherrscht wird, zeigt deren Titelseite von heute. Aufmacher ist der Parteitag der Konservativen von der PP, einer Partei, die in Opposition zu der regierenden PSOE ist und damit natürlicher Gegner des als zumindest regierrungsnah einzustufenden Blattes.

Besonders das Foto, das Ex-Regierungschef Aznar beim Handschlag mit Parteichef Rajoy zeigt, muss als ziemlich diffamierend bezeichnet werden. Hier in Originalgröße.

Ein trauriges Beispiel für die üble Seite des spanischen Journalismus.