Regierung kündigt Konjunkturprogramm an, um Wachstum anzukurbeln

von Dirk Baranek am 23. Juni 2008

Die fetten Jahre sind offensichtlich erstmal vorbei für die spanische Wirtschaft. Gerade noch zwei Prozent Wachstum erwartet die Regierung Zapatero für das laufende Jahr. Zu wenig, um die steigende Arbeitslosigkeit und den Absturz ganzer Branchen wie der Bauindustrie in den Griff zu bekommen. Besser soll es erst wieder in der zweiten Hälfte 2009 werden.

Wiederholt hatte die Opposition der Regierung Untätigkeit angesichts der sich zuspitzenden Lage vorgeworfen. Tätsächlich war die Einsicht, dass es sich überhaupt um eine Krise handelt, im PSOE-Kabinett nicht sehr weit verbreitet.

Daher kann es schon fast als kleine Sensation gelten, dass Zapatero heute gleich mit einem ganzen Maßnahmenbündel an die Öffentlichkeit ging. Vielel Milliarden Euro sollen in die berufliche Ausbildung, in kleine und mittlere Unternehmen und die Tourismusindustrie gepumpt werden, zum größten Teil als verbillgte Investionskredite. Von denen sollen auch Autokäufer profitieren, die ihr 15 Jahres altes Fahrzeug gegen ein neues, klimafreundlicheres Modell austauschen. Auch von einer Liberalisierung bei der Eisenbahn und der Bewirtschaftung der Flughäfen verspricht man sich Impulse.

Zapatero machte denn auch klar, dass es sich nur um eine Konjunkturdelle handele, die die Bürger allerdings spüren würden. Außerdem sagte er: Estamos en mejores condiciones que otras veces para superar esas dificultades y para salir fortalecidos de esta fase problemática. – Wir sind in besseren Umständen als zu anderen Zeiten, um diese Schwierigkeiten zu überwinden und diese problematische Phase gestärkt hinter uns zu lassen.

Quelle: Público