Katalonien investiert in illegale Siedlungen

von Dirk Baranek am 26. Juni 2008

Die katalanische Regionalregierung will in den nächsten Jahren eine Beitrag im gehobenen, zweistelligen Millionenbereich in Siedlungen investierten, die ohne jegliche Baugenehmigung entstanden sind. Bei diesen etwa 400 urbanizaciones handelt es sich in 70 Prozent der Fälle um Siedlungen die vor 1975 entstanden sind, also noch zu Zeiten der Franco-Diktatur.

Gemäß dem Spruch „Macht korrumpiert, totale Macht korrumpiert total“ gelang es findigen Bauunternhemen, gegen kleines Geld an die örtlichen Behörden,  sich öffentliches Land, das nie als Bauland ausgewiesen worden war,  unter den nagel zu reißen. Das wurde dann in Parzellen unterteilt und gegen gutes Aufgeld weiterverkauft, oft allerdings auch an Bürger, die nicht über ein besonders hohes Einkommen verfügten. Die bauten dort dann entweder in Eigenarbeit und/oder mit Hilfe der Familie und von Bekannten ihre Häuser, natürlich ebenfalls ohne Genehmigung. Der Staat schaute weg oder drückte beide Augen zu.

Heute sind viele dieser Ansiedlungen in schlechtem Zustand. Oft fehlt es an asphaltierten Straßen, an einer Kanalisation und der Beleuchtung der Wege.  Hier will man Abhilfe schaffen und außerdem die Siedlungen an den öffentlichen Nahverkehr anschließen. Rücksicht genommen wird dabei auch auf den Umstand, dass in den Häusern jetzt viele alte Menschen leben. Zudem soll auch eine weitere Wucherung vermieden werden, indem Gelände zu Grünflächen umfunktioniert wird.

Quelle: El País