Katalanische Parteien reden wieder miteinander

von Dirk Baranek am 1. Juli 2008

Den katalanischen Nationalismus kann man nicht als homogenen Block begreifen. Er ist in sich zerstritten und das ist zunächst gar nichts Ungewöhnliches. Denn so wie im normalen Parteienwettbewerb zwischen rechts und links, zwischen eher bürgerlichen Konservativen und linken Republikanern, so verlaufen eben auch die Konfliktlinien innerhalb der Katalanen selbst entlang dieser ideologischen Frontlinien.

Manchmal allerdings ist der Graben zwischen den Lagern sehr tief. So hat es fast zwei Jahre eine totale Funkstille zwischen der bürgerlichen CiU und den Republikanern der ERC gegeben. Bei den letzten Parlamentswahlen hat dies beiden Parteien ganz und gar nichts genützt, sie wurden vom Wähler abgestraft. Im Fall der ERC sogar brutal.

Innerhalb der ERC war der Katzenjammer groß, musste man sich doch eingestehen, dass die leicht krawalligen Auftritte ihres letzten Vorsitzenden zum Desaster beigetragen haben.  Daraufhin wurde ein neuer in einer parteiinternen Mitgliederwahl bestimmt, der wohl eine Menge ändern möchte.

Heute kam es daher zum ersten Gespräch der beiden Vorsitzenden: Joan Puigcercós (ERC) und  Artur Mas (CiU) unterhielten sich fast zwei  Stunden.  Genaues über die besprochenen Themen wurde nicht bekannt, nur, dass man den Dialog fortsetzen will.

Der Anfang ist auf jeden Fall gemacht.

Quelle:  El Periódico