Vor 110 Jahren: Abschied vom Weltreich

von Dirk Baranek am 3. Juli 2008

Heute auf den Tag genau vor 110 Jahren wurde die Abdankung Spaniens als Weltmacht endgültig besiegelt. Am 3. Juli 1898 vernichtete die Marine der Vereinigten Staaten von Amerika die Reste der karibischen Flotte vor der Küste Kubas.  Versenkt wurden sechs Schiffe und es gab 600 Tote.  Die USA bemächtigten sich Kubas und beendeten den spanischen Einfluss in Amerika damit militärisch gemäß der damals von der US-Adminstration verfolgten Politik des „Amerika den Amerikanern“.  Damit war Spanien auch des letzten symbolischen Rests seines ehemaligen Weltreichs ledig und wurde damit endgültig eine europäische Mittelmacht, wie man damals so sagte.

Diese Wendung des Krieges war zwar wirtschaftlich weniger von Belang, denn schon seit Beginn des 19. Jahrhnderts hatte sich ganz Südamerika unter schweren Konflikten in die Unabhängigkeit gekämpft.

Ideologisch war  es jedoch ein Hammerschlag, der für das spanische Selbstverständnis nicht ohne Folgen blieb. Die große Zeit des Zweifelns begann und fand ihren vielleicht lebendigsten Ausdruck in den Werken der sogenannten Generation 98, die auf die spanische Geistes- und Literaturgeschichte enormen Einfluss hatte.

Quelle: 20 Minutos

Spanischer Artikel in Wikipedia über die Batalla naval de Santiago de Cuba

Foto aus der Wikipedia: Amerikanische Truppen landen auf Kuba

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