Katalanische Operndiva Caballé bekennt sich zu Spanien und zum Flamenco

von Dirk Baranek am 7. Juli 2008

Montserrat Caballé ist in Spanien nicht irgendeine alternde Operndiva sondern eine veritable Persönlichkeit des öffentlichen Lebens. Am Wochenende wurde der 75-Jährigen der Ehrendoktor der Universidad Internacional Menéndez Pelayo (UIMP) in Santander verliehen.

Während der Verleihung konnte es sich die Geehrte nicht enthalten, ein politisches Statement abzugeben. Sie sei aus tiefsten Herzen Spanierin, bekannte sie, auch wenn dies manchen nicht gefalle. Hintergrund ist der Umstand, dass die Sopranistin in Barcelona lebt und sich durchaus auch als Katalanin bezeichnet. In Bezug auf den andauernde Diskussion um die von manchen Intellektuellen als agressiv bezeichnete Sprachenpolitk der katalanischen Regionalregierung meinte Caballé, sie sei der Überzeugung, dass eine Zweisprachigkeit der ideale Zustand sei.

Wie sie außerdem mitteilte, wird sie wohl in Kürze eine Platte mit dem Flamenco-Sänger und Komponisten Diego El Cigala aufnehmen. Man habe ihr ein Video mit dem Stück Lágrimas Negras gezeigt und das habe sie begeistert. Überhaupt sei sie ein großer Fan des Flamenco und spanischer Folklore generell. In jedem ihrer Konzerte, die sie zumeist dem gehobenen Opernrepertoire widmet, sei mindestens ein Stück dabei und sie spiele das sehr gerne, weil die Zuhörer dabei völlig durchdrehten – se vuelve loco, egal, wo auf der Welt sie Konzerte gebe.

Im Folgenden daher noch ein Video mit Lágrimas Negras (Schwarze Tränen) von Diego El Cigala (Gesang) und Bebeo Valdés (Piano).

Quelle: El Mundo