Spanien zwischen Olympialust, Olympiafrust und einer Kandidatur: Madrid 2016

von Dirk Baranek am 17. August 2008

Vor den Olympischen Spielen war man in Spanien fast euphorisch. In Peking sollte es nach den Erfolgen des nationalen Teams in Barcelona 1992 endlich wieder einen wahren Goldregen geben. Bis hin zur Ausrufung eines neuen Edad de Oro des spanischen Sports- Goldenen Zeitalters – war alles dabei.

Tatsache ist: die Bewegungskünstler hat in den letzten Jahrzehnten einiges von dem Rückstand aufgeholt, der sich im 20. Jahrhundert regelmäßig auftat. Jetzt zählt man sich zu den Mittelmächten und nach den Erfolgen im Fußball (EM 2008), Radfahren (dreimal Tour de France-Sieger) oder beim Tennis (Rafael Nadal aktuell Nummer Eins) schien sogar noch mehr möglich. 16 Goldmedaillen waren das mindeste, was man holen wollte.

Jetzt sind zwei Drittel der Wettkämpfe vorbei und die Bilanz ist doch eher mager. Zwei Goldmedaillen im Radsport sowie zwei silberne und eine bronzene sind die ganze Ausbeute bisher. Zwar hat man noch einige Eisen im Olympischen Feuer – im Tennis, Segeln und Basketball stehen die Entscheidung noch aus. Aber so wie geplant, wird das wohl nicht mehr werden…

logo-madrid-candidata.gifDabei hat man eigentlich viel mehr vor – nämlich die Spiele selbst noch einmal auszutragen. Stattfinden soll das Ganze 2016 in der Hauptstadt Madrid. Inzwischen ist man ja auch „Offizieller Kandidat“, hat es also in den letzten drei Jahren schon mal in die Hauptrunde geschafft. In der muss man sich nun gegen Chicago, Rio de Janeiro und Tokio durchsetzen. Hört sich eigentlich ganz gut an, aber da 2012 die Spiele auch in Europa stattfinden werden (London), scheinen die Chancen angesichts des Proporzdenkens im IOC doch nicht sehr groß zu sein. Mehr wird man am 2. Oktober 2009 wissen, dann wird die Entscheidung in Kopenhagen fallen.

Was die Madrider so vorhaben mit ihrer Stadt kann man sich auf jeden Fall im Web ganz gut anschauen: www.madrid16.es bietet ausführliche Infos. Interessant ist, dass die Spiele ganz stark unter dem Aspekt der Umweltverträglichkeit und der Nachhaltigkeit der Maßnahmen stehen sollen. Verschiedene Stadtbrachen, teilweise am Fluss gelegen, sollen reaktiviert werden – dauerhaft.

Im Folgenden ein Übersichtsplan, der rechts das neu zu bauende Olympiazentrum mit dem Stadium und dem Dorf zeigt und links verschiedene Wettkampfstätten entlang des Manzanares.

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