Größte Flugzeugkatastrophe seit über zwanzig Jahren: über 100 Tote

von Dirk Baranek am 20. August 2008

Wie gemeldet, hat sich heute am späten Mittag gegen 14.45 Uhr auf dem Madrider Flughafen Barajas ein Unfall mit einem startenden Flugzeug ereignet. Inzwischen zeichnet sich das Ausmaß der Katastrophe immer deutlicher ab. Von den 173 Insassen konnten offenbar nur zwei Dutzend gerettet werden. Die spanischen Medien berichten inzwischen von über 100 Toten.

Ausgelöst wurde der Unfall an der Maschine der SpanAir, einer MD-82 von McDonnell Douglas, durch einen Brand im linken Triebwerk. Die sich beim Start befindliche Maschine schoss offenbar über die Piste hinaus und zerschellte. Das folgende Feuer konnte erst um 17 Uhr gelöscht werden. Nach Augenzeugenberichten befanden sich in dem Wrack viele verkohlte Leichen. Nur 27 Passagere konnten gerettet werden, teilweise mit schweren Verletzungen.

Der spanische Ministerpräsident Zapatero hat seinen Urlaub in Andalusien abgebrochen und ist nach Madrid geflogen, um sich persönlich ein Bild der Lage zu verschaffen.

Der Flugbetrieb auf dem Flughafen Barajas wurde am späten Nachmittag wieder aufgenommen.

Das Unglück ist das schwerste der spanische Luffahrtgeschichte in den letzten zwanzig Jahren. Zuletzt waren 1985 bei einem Absturz in Bilbao 145 Menschen umgekommen.

Der Vorfall ist die Schlagzeile des Tages in allen spanischen Webmedien.

{ 2 comments }

Holger 08.20.08 at 19:07

Erschütternd sind solche Flugkatastrophen. Was ich immer besonders Geschmacklos finde ist, dass sofort darüber berichtet wird ob sich Deutsche unter den Opfern befinden. Natürlich ist diese Tatsache für deutsche Medien interessant, aber das klingt immer sehr selbstbezogen.

Dirk Baranek 08.20.08 at 19:37

Ja, das hat mich auch irritiert.

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