Größtes Massengrab des Bürgerkriegs wird in Málaga ausgehoben

von Dirk Baranek am 29. August 2008

Eigentlich ist es nur eine kleine Meldung aus der Provinz: Die Bank Ubicaja stiftet 40.000 Euro an die Asociación contra el Silencio y el Olvido y por la Recuperación de la Memoria Histórica de Málaga – Verein gegen das Schweigen und das Vergessen und für die Wiederherstellung des historischen Gedächtnisses in Málaga. Aber die Meldung wirft doch ein Schlaglicht auf den Stand der Dinge bei der Aufarbeitung der Schrecken des Bürgerkrieges, der ja inzwischen auch schon über 70 Jahre zurückliegt. Die Meldung verdeutlicht, dass es noch einiges zu tun gibt auch nach 30 Jahren Demokratie.

Es geht konkret um die Aushebung eines Massengrabes und zwar des größten seiner Art in Spanien. Vermutet werden in den Gruben eines Friedhofes die sterblichen Überreste von nicht weniger als 4.400 Menschen. Diese wurden von den franquistischen Truppen, die die Stadt im Februar 1937 einnahmen, und der nachfolgenden Diktatur exekutiert. Angeblich sollen dort bis 1951 Erschießungen durchgeführt und Leichen verscharrt worden sein.Wegen des Ausmaßes der Exekutionen sprechen die Familien der Opfer auch vom holocausto de Málaga.

Seit 2006 kümmern sich zunächst Bürgerinitiativen um die Aufarbeitung der Geschehnisse und Exhumierung der Gebeine. Inzwischen beteiligen sich die Behörden auch offiziell an den Arbeiten. Fazit: Es bleibt noch sehr viel zu tun und man darf sich fragen, ob die langen Jahren des Verschweigens nicht das Trauma, das bis heute über der spanischen Gesellschaft liegt, nur vertieft haben …

Quelle: El Plural

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