Straßenschlachten in Emigrantensiedlung

von Dirk Baranek am 8. September 2008

In den letzten zwei Nächten ist es in der andalusischen Stadt Roquetas de Mar (Almería) zu Straßenschlachten in einer Siedliung gekommen, die hauptsächlich von Emigranten bewohnt wird. Die zumeist aus den afrikanischen Ländern südlich der Sahara stammenden und deswegen in der spanischen Presse als subsaharianos bezeichneten Einwohner bewarfen Rettungskräfte, Feuserwehr und Polizei mit Steinen und Flaschen und errichtet brennende Barrikaden. Es gab mehrere Verletzte.

Anlass des Aufruhrs war offensichtlich ein Streit zwischen einem Afrikaner und einem spanischen Roma. Den versuchte ein Afrikaner zu schlichten und wurde darauf hin mit einem Messer attackiert, mit tödlichem Ausgang. Als der Notfalldienst eintraf, wandte sich die zusammenlaufende Menge scheinbar der Wohnung des Täters zu und steckte diese in Brand. Anrückende Feuerwehrleute wurden mit Wurfgeschossen angegriffen.

Die Emigranten stellen in der 70.000-Einwohner- Stadt Roquetas de Mar über 30 Prozent der Bevölkerung, von denen die meisten in der Agro-Industrie arbeiten. Sie werden als invernaderos bezeichnet, invadero = Gewächshaus. Bisher kam es nie zu solchen extremen Zwischenfällen, bei denen die Polizei gestern hart durchgriff und mehrere Festnahmen vollzog. Die Behörden stellten denn auch die Ereignisse als „isolierte Geschehnisse“ dar, die sich aus einem „unglücklich verlaufenden Streit im Drogenmillieu“ ergeben hätten.