Die ETA-Front bröckelt

von Dirk Baranek am 16. September 2008

Zwei prominente ETA-Häftlinge haben sich in einer öffentlichen Erklärung von der derzeitigen Strategie der baskischen Separatistenorganisation distanziert. Carmen Guisasola und Joseba Urrusolo Sistiaga, die derzeit in Córdoba ihre Haftstrafen verbüßen, verkündeten ihren Austritt aus dem so genannten Gefangenenkollektiv, in dem inhaftierte ETA-Mitglieder, derzeit etwa 800, organisiert sind.

Als Begründung nannten sie zum einen ihre Solidarität mit zwei im Februar ausgeschlossen Mitgliedern und zum anderen ihre Ablehnung der Fortsetzung des bewaffneten Kampfes noch im Untergrund lebender Terroristen. Sie bezeichnen es als Fehler, dass die Gespräche von Loyola, die 2006 zwischen der PDE, der PNV und ETA gelaufen sein sollen, von der Organisation abgebrochen worden seien.

Es sei keine adäquate Strategie, Brücken zu sprengen oder diejenigen besonders anzugreifen, die mögliche Verbündete bei der Umsetzung der Autonomiebestrebungen darstellten. Außerdem stellten sie fest, dass besonders im französischen Baskenland die Unterstützung der baskischen Linken gegenüber dem bewaffneten Kampf nicht mehr vorhanden sei. ETA solle sich ein Beispiel an der nordirischen Sinn Fein nehmen und endlich in Verhandlungen eintreten.

Die Entwicklung in Nordirland mit der letztendlichen Regierungsbeteilung der ehemaligen Militanten der Sinn Fein wird von ETA oft als erfolgreiches Beispiel für die Wirksamkeit von Gewaltaktionen genannt, um politische Ziele durchzusetzen.

Quelle: La Vanguardia

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Trackback 09.17.08 at 06:49

[…] Zwei prominente ETA-Mitglieder in spanischer Haft haben sich öffentlich von der aktuellen Strategie der ETA distanziert. […]

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