Komplette Führungsriege der radikalen Basken in Frankreich verhaftet

von Dirk Baranek am 24. September 2008

Anfang dieser Woche hat die französische Polizei insgesamt 16 Personen verhaftet, darunter die gesamte Führungsriege der Organisation Batasuna in Frankreich. Batasuna gilt als der politische Arm der ETA und ist seit Jahren wegen Förderung des Terrorismus in Spanien verboten. In Frankreich ist die Organisation hingegen legal als Verein organisiert.

Was den Verhafteten konkret vorgeworfen wird, ist zurzeit noch unklar. Es wird aber vermutet, dass es um eine Beteiligung an dem Anschlag auf eine Hotelanlage im französischen Bidarrai 2006 geht sowie um Geldwäsche. Die Mittel sollen wohl direkt an ETA gegangen sein bzw. an die inzwischen verbotene Partei Partido Comunista de las Tierras Vascas (PCTV). Dabei stehen auch die Geldströme im Visier der Fahnder, die aus den Erlösen der so genannten herriko tabernas (Volkskneipen) stammen, von denen es etwa hundert im Baskenland geben soll. Einige der Verhafteten sollen auch Mitglieder der PCTV sein.

heute gab es auch ein Treffen der Innenminister Spaniens und Frankreichs, Alfredo Pérez Rubalcaba bzw.  Michèle Alliot-Marie. Dabei blieb offen, ob jetzt auch Batasuna in Frankreich verboten. Rubalcaba betont, man habe mit Sicherheit die richtigen festgenommen, seien doch bei einigen Schusswaffen und gefälschte Dokumente gefunden worden.

Die radikalen Basken beschränken sich mit ihren Forderungen nach einem unabhängigen Baskenland nicht nur auf spanisches Territorium sondern auch einige Gebiete Südfrankreichs.

Dass die ETA-Kommandos trotz diverser Fahndungserfolge in den letzten Monaten weiter eine gewisse Schlagkraft besitzen, war erst am Wochenende deutlich geworden, als drei Anschläge verübt wurden, bei denen ein zufällig anwesender Angehöriger der spanischen Streitkräfte getötet wurde. Weitere sechs Polizisten wurden verletzt.

Quelle: El Periódico