Neue spanische Grammatik kommt Ende 2009

von Dirk Baranek am 4. Oktober 2008

Víctor García de la Concha, der Direktor der spanischen Sprachakademie,  der Real Academia Española de la Lengua, hat gestern auf einer Pressekonferenz während eines Kongresses von Journalisten der spanischsprachigen Welt das Erscheinen der Neuen Spanischen Grammatik für Ende 2009 angekündigt.

Die Nueva Gramática de la Lengua Española wurde in den letzten elf Jahren in Kooperation von 22  nationalen Sprachakademien erarbeitet. Sie wird auch vom Umfang her ein monumentales Werk werden und damit der Referenzpunkt für alle grammatikalischen Fragen der spanischen Sprache in den nächsten Jahrzehnten. Wie  García de la Concha ausführte, soll die Ausgabe 3.200 Seiten umfassen. Es werde aber auch komprimierte Fassungen geben. Geplant ist ein Kompendium mit 700 Seiten und ein manual mit 300.

Neuerungen im eigentlichen Sinne kann man von dem Werk nicht erwarten. Allerdings wird den verschiedenen Entwicklungen der Grammatik vor allem in Lateinamerika Rechnung getragen.

García de la Concha betonte, dass die Neue Grammatik vor allem für Journalisten hilfreich sein werde, denn es werde auch das kleinste Problem besprochen. In Anlehnung an die auch aus dem Deutschen bekannte Redewendung meinte er: Se barre debajo de la alfombra: todas las cuestiones controvertidas de la lengua están en sus páginas. – Es wird unter dem Teppich gekehrt: alle umstrittenen Fragen der Sprache sind in ihren Seiten.

Ebenfalls geplant ist die Herausgabe eines neuen Standardwerks zur Rechtschreibung.  Über deren neue Fassung soll auf einem für 2010 in Valaparaíso (Chile) geplantem Kongress entschieden werden.

Quelle: El País