Spanisch in den USA weiter auf dem Vormarsch

von Dirk Baranek am 6. Oktober 2008

Die USA sind jetzt das zweitgrößte spanischsprachige Land der Welt. Mit jetzt 45 Millionen Sprechern liegen die Vereinigten Staaten noch vor Spanien selbst. Größer ist die Anzahl nur in Mexiko mit 106 Millionen. Das ergibt eine aktuelle, umfangreiche und wissenschaftlich begründete Studie, die das Instituto Cervantes unter dem Titel Enciclopedia del español en los Estados Unidos Mitte Oktober herausgeben wird. Der Band vereint 80 Artikel auf 1.300 Seiten.

Für die Zukunft sagen die Forscher sogar noch eine weitere, explosionsartige Verbreitung des Spanischen voraus. Selbst auf der Basis von offiziellen Zensusdaten und mit Hilfe von pessimistischen Szenarien werden demnach 135 Millionen hispanohablantes in den USA leben.

Einige weitere Fakten lassen die Dimension erkennen, die diese Entwicklung angenommen hat

– es wurden 550 Radio- und 55 TV-Stationen gezählt, die nur auf Spanisch senden

– 820.000 US-Studenten studieren Spanisch. Französisch studieren 200.000, Deutsch 95.000

– schon jetzt verdienen Mitarbeiter, die zweisprachig sind, im Schnitt 20.000 USD mehr im Jahr.

Der Direktor des Instituto Cervantes in New York kommentierte die Situation abschließend so:

No hay que considerar a nuestro idioma como una lengua extranjera en los Estados Unidos. No lo ha sido nunca y ahora, no hace falta decirlo, lo es mucho menos.

Man darf unsere Sprache in den Vereinigten Staaten nicht als ausländische Sprache begreifen. Sie war es niemals und jetzt, man muss es gar nicht betonen, ist sie es noch viel weniger.

Quelle:  El País