Digg plant Expansion und will dem spanischsprachigen Menéame Konkurrenz machen

von Dirk Baranek am 11. Oktober 2008

Die sogenannten social news sites sind ja von der Idee her nicht schlecht: je mehr Nutzer sich für eine bestimmte Nachricht interessieren, desto mehr Relevanz muss diese auch für andere haben und steht daher auf den Seiten ganz oben. Im Prinzip stimmt das auch und die Erfolge, die Angebote wie wie Digg, Webnews oder dem spanischsprachigen Menéame haben, zeigen, dass es irgendwie auch funktioniert.

Auch wir bei eSpanien nutzen regelmäßig Menéame, um uns einen Überblick zu verschaffen, was denn so in der spanischen Webwelt gerade für wichtig gehalten wird. Aber es ist wahrlich nicht die einzige Informationsquelle. Denn natürlich sind die Dienste nur so gut, wie ihre aktiven Nutzer. Man muss also damit rechnen, auch mit Nischenthemen konfrontiert zu werden, deren gesamtgesellschaftliche Relevanz fragwürdig ist. IT-Nachrichten, Teenie-Promi-Skandälchen, sensationalistische oder vorgeblich witzige Geschichten aus aller Welt verdrängen dann  – anders als im vor allem in der Blogwelt viel gescholtenen, professionellen Journalismus – die wirklich wichtigen Nachrichten in den Hintergrund. Manchmal ähneln die Startseiten dieser Dienste daher denen von Boulevardmedien nach dem drastischen Motto: Esst mehr Sch….., Milliarden Fliegen können nicht irren.

Das ist natürlich ein etwas freche Einschätzung, aber wenn man Menéame zwei Jahre benutzt hat, findet man schon viel merkwürdige Meldungen in den Hitlisten, die die Leute dort offenbar in der Mehrheit interessant finden.

Zurück zur eigentlichen Nachricht: Menéame wird Konkurrenz bekommen. Denn in einem Interview mit der englischen Times hat dessen Gründer Kevin Rose angekündigt, dass es den Dienst ab Anfang 2009 auch in spanischer Sprache geben werde. Das ist insofern kritisch für die Spanier, als die Dienste natürlich vor allem nach der Quantität gemessen werden. Je mehr Nutzer dort sind, desto größer ist die Chance, dass die Ergebnisse repräsentativ sind.