Film über Stierkampflegende Manolete soll jetzt wirklich 2009 starten

von Dirk Baranek am 13. November 2008

Wir hatten ja hier schon öfter mal über die aktuelle Situation des Stierkampfs berichtet (siehe Links unten), eines der für die Weltöffentlichkeit spanischsten Themen überhaupt. Wie sehr die Spanier sich selbst bis heute damit identifizieren, zeigt auch der Kult, den es um den Torrero Manolete gibt.

Dieser Stierkämpfer ist legendär und gilt bei den hartgesottenen Fans als der beste seiner Art – bis heute. Was sicherlich eine gehörigen Teil  zu der Legendenbildung beigetragen hat, ist der Umstand, dass Manolete im Alter von 30 Jahren in der Arena von Linares von einem Stier erwischt wurde und zu Tode kam. (Foto bei FlickR mit Szene des Todes im Wachsfigurenkabinett in Madrid) Das war 1947 und Manolete wurde der Held der Nachkriegszeit. Der in Cordoba geborene Matador gilt seitdem alseiner der Begründer der modernen Form des Stierkampfs. Teil der Legende ist auch seine tragische Liebe zu der Filmschauspielerin Lupe Sino. Tragisch insofern, als Sino vom Manolete-Clan abgelehnt wurde, er selbst aber wohl seine glücklichsten Stunden mit ihr verbrachte unter anderem auf einer Reise nach Mexiko.

Beerdigt wurde Manolete in einem eigens für ihn in seiner Heimatstadt errichteten Mausoleum.

Wie populär diese ganze Geschichte ist und wie sehr sie Symbol ist für die schweren Nachkriegsjahre, die Spanien durchleben musste, zeigt auch der Umstand, dass es nun einen Film über Manolete geben soll. Schon seit Anfang 2006 dreht der Regisseur Menno Meyjes an der Story mit großem Aufwand und großen Schauspielern. Für die Hauptrollen hat er niemand geringeren als Adrien Brody (bekannt aus Der Pianist) und Penelope Cruz besetzt.  Hier übrigens ein tolles Foto von der P bei den Dreharbeiten 2006.

Problem allerdings: Die Produktionsfirma scheint sich an dem Projekt verhoben zu haben. Bis heute ist der Film nicht in den Kinos erschienen. Premieren wurde mehrfach verschoben. Jetzt scheint es aber einen Durchbruch zu gegeb: Für Anfang 2009 soll der Film mit 200 Kopien in die Kinos kommen. Hintergrund war eine Einigung mit einer Firma für Spezialeffekte, der man wohl eine Million schuldete und die Herausgabe des Rohmaterials verhindert hatte.Diese Wendung ist auch nicht ganz untypisch für die Stierkampfszene und ihre Mythen. Der tendentiell bankrotte Held ist ein Topos, den man immer wieder findet …

Quelle: El País, Diario Córdoba (über Lupe Sino)

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{ 2 comments }

thomas 03.24.09 at 23:36

hallo, ich möchte hiermit nur darauf hinweisen, das ihnen ein fehler unterlaufen ist, das bild aus dem madrider wachsfigurenkabinet, welches einen matador zeigt, der am boden liegend von durch einen horstoß in sein auge von dem stier getötet wird, eigt nicht manolete.
es zeigt manuel granero.
aber dieser szene gegenüber wird der tote manolete gezeigt.
fall sie ein bild benötigen geben sie mir bescheid ich werde ihnen eines zusenden
stadler.tom(at)googlemail.com

Dirk Baranek 03.25.09 at 09:58

Hmm, als „Fehler“ sehe ich das insofern nicht, als der Fotograf ja diese Auskunft gegeben hat. Er war wohl in den Museum und da habe ich mich, zugegeben ungeprüft, auf dessen Aussage verlassen.
Sie können uns allerdings gerne das Foto zuschicken …

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