Fußballer träumen vom Großbaskenland

von Dirk Baranek am 14. November 2008

In der Politik geht es immer auch um Begriffe. Das kennt vor allem die spanische Innenpolitik zur Genüge. Das neueste Beispiel liefern ausgerechnet Fußballer, eine Bevölkerungsgruppe, die nicht unbedingt mit der Fähigkeit bekannt ist, mit Worten zu spielen…

Das ist die Meldung: Baskische Fußballer weigern sich seit heute, unter dem Namen Euskadi anzutreten.

Gestern hatte nämlich der baskische Fußballverband entschieden, in Zukunft nur noch den Namen Euskadi zu benutzen und nicht den Begriff Euskal Herria.  Der Unterschied bei der Abgrenzung des Bezeichneten ist erheblich. Meint Euskadi das jetzige Baskenland (País Vasco) mit den spanischen Provinzen Álava, Vizcaya y Guipúzcoa, geht Euskal Herria weit drüber hinaus. Übersetzt bedeutet der Name „Land des Baskischen“ und gemeint ist damit eine Art Großbaskenland unter Einschluss von Navarra und dem französischen Baskenland.

Anders gesagt: Eukal Herria ist der Kampfbegriff der Separatisten Radikalnationalisten.

Diese haben offensichtlich auch die Fußballer infiziert. Und zwar nicht irgendwelche, sondern unterschrieben haben den Protestbrief fast die gesamte Profimannschaft von Atletico Bilbao und Real Sociedad.

Antreten sollte die Baskische „Nationalelf“ zu einem Länderspiel in der Weihnachtspause der spanischen Profiliga.

Als Gegner ist vorgesehen: Iran.

Quelle: El País