ETA verübt tödlichen Anschlag gegen baskischen Unternehmer

von Dirk Baranek am 3. Dezember 2008

Wer geglaubt hatte, nach den jüngsten Fahndungserfolgen gegen die Führungsspitze der baskischen Separatistenorganisation ETA werde sich die Lage im Baskenland demilitarisieren, sieht sich seit heute getäuscht. Denn heute Mittag hat ETA offenbar wieder die Initiative ergriffen und bei einem Anschlag den baskischen Unternehmer Ignacio Uria auf offener Straße in der Stadt Azpeitia (Guipuzcoa) erschossen.

Wie die Presse spekuliert, ist der 70-Jährige Bauunternehmer in das Visier  der Militanten geraten, weil er mit einem Projekt verbunden ist, dass ETA seit geraumer Zeit bekämpft unter anderem mit mehreren Anschlägen: Den Bau einer Strecke für den Hochgeschwindigkeitszug AVT im Baskenland.

Wie die Polizei mitteilte, wurde Uria auf dem Weg in ein Restaurant durch zwei Schüsse aus nächster Nähe getroffen, einen in das Gesicht, ein zweiter in die Stirn. Zuvor hatten die zwei Attentäter sich in Itziar mit vorgehaltener Waffe eines Autos bemächtigt. Dessen Besitzer fesselten sie an einen Baum. Nach dem Anschlag kehrten sie dorthin zurück, zündeten das benutzte Fahrzeug an, um Spuren zu verwischen, und flohen mit ihrem ursprünglichen Auto. Der Fahrer konnte sich selbst befreien und seine Mutter anrufen, die die Polizei verständigte.

Bereits mehrmals waren Unternehmer in der Vergangenheit zum Ziel von ETA-Anschlägen geworden. Der letzte tödliche liegt allerdings schon acht Jahre zurück.

Quelle: El País