Gesetze gibt es, aber …

von Dirk Baranek am 7. Januar 2009

Ganz interessant ist zumindest teilweise ein Interview auf Madrid für Deutsche mit einem in der spanischen Haupstadt seit Jahren tätigem deutschen Rechtsanwalt. Neben einer allgemeinen Einschätzung der Lage in dem Gewerbe angesichts der Immobilienkrise (eher schlecht)  erfährt man, dass immerhin 800.000 Deutsche eine Immobilie in Spanien besitzen.

Interessanter ist aber die Beschreibung von Karl Lincke bezüglich der Gesetzestreue und seinen Erfahrungen vor spanischen Gerichten. Er sagt:

Spanien hat vieles gesetzlich sehr gut geregelt, leider hält man sich jedoch nicht in allen Bereichen an das geltende Recht. Der Respekt vor dem Gesetz ist nicht so groß wie in Deutschland und auch die Kontrollen bei der Einhaltung sind nicht stark ausgeprägt. Die Gerichte sind hier sehr politisiert, man hat es nicht wirklich mit einer unabhängigen Justiz zu tun.

Merke: Mit einem gewissen Anarchismus und Betonung persönlicher Interessen muss man offenbar in Spanien immer rechnen.  Dass auch die Justiz so stark politisiert ist, kann angesichts ähnlicher Phänomen zum Beispiel in den Medien nicht so überraschen.