Debatte über Reform der Abtreibung spitzt sich zu

von Dirk Baranek am 24. März 2009

Noch hat die spanische Regierung keine konkreten Vorschläge zur Reform der Abtreibung vorgelegt, die sie bereits vor Monaten angekündigt hatte (wir berichteten) und die noch vor dem Sommer in das Parlament eingebracht werden soll.

Vor allem die Kirche und konservative Lebensschützer machen jetzt mobil. So haben in den letzten Tagen mehrere cofradías andalusischer Städte, katholische Bruderschaften, angekündigt, die bevorstehenden Feierlichkeiten zu Ostern für Protestaktionen zu nutzen. Sie wollen an den bei den traditionellen Prozessionen mitgeführten Kreuzen weiße Bänder befestigen und Spruchbänder mit entsprechenden Slogans zeigen.

Die spanische Bischofskonferenz hatte bereits letzte Woche eine eigene Kampagne vorgestellt, mit der gegen die geplante Liberalisierung mobil gemacht werden soll. Am Sonntag wird es auch zu einer ersten Demonstration im Madrid kommen, an der allerdings die konservative Volkspartei offiziell nicht teilnehmen wird, wie deren Generalsekretärin heute ankündigte.

Die Details der Liberalisierung des strengen spanischen Abtreibungsrechts (Ley del Aborto) sind aktuell weiter unklar. Die Ministerin für Gleichstellung stellte aber heute klar, dass zumindest ab der 22 Woche kein Abbruch der Schwangerschaft möglich sein solle.

Wie es aussieht, wird sich die Debatte durch die Protestaktionen der Abtreibungsgegner weiter zuspitzen. Die Regierung Zapatero steht da wohl innenpolitisch ein unruhiger Sommer bevor. Vielleicht versucht sie aber auch, bei den im Moment wegen der enormen wirtschaftlichen Probleme frustrierten Wählerschaft mit der extrem gestiegene Arbeitslosigkeit zu punkten. Schon in der letzten Legislaturperiode hatte sich Zapatero vor allem durch gesellschaftliche Reformprojekte viele Sympathien erworben.

Quellen: Europapress, Gaceta de Negocios

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Iris Udtke 07.10.10 at 08:08

Bin begeistert.
Danke
Iris Udtke

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